Strukturwandel Mit Ideen aus "Zukunftsfabrik" soll ganze Region Lausitz vorwärtskommen

Strukturwandel, Visionen, Projektentwicklung: alles abstrakte Begriffe, die die Menschen in den sächsischen Braunkohleregionen seit Jahren schon hören. Wie geht es konkret weiter? Was brauchen die Regionen nach dem Ende der Braunkohlegewinnung? Und wem oder was bringen millionenteure Förderungen? Viele Fragen, mit denen sich Forschende und Experten weltweit befassen. In Sachsen sollen zwei neue Großforschungszentren entstehen. Die Auswahlphase läuft: Wer macht das Rennen?

Absetzer für Abraum am Rande des Braunkohletagebaus Jänschwalde der Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG) 3 min
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Ein Großforschungszentrum namens "Zukunftsfabrik Lausitz" soll das Kohlerevier umgestalten helfen. Dafür arbeiten im Verbund mehrere Hochschulen und die Fraunhofer-Gesellschaft zusammen. Dieses Zentrum solle nicht nur den Standort Hoyerswerda, sondern die gesamt Region voranbringen und für die Zeit nach dem Kohleausstieg rüsten, sagten die Initiatoren am Dienstag in der Energiefabrik Knappenrode Hoyerswerda, wo sie ihre Ideen vorstellten.

Konkret geht es um das Projekt "WE2T-Transfer". Dabei sollen Technologien für die umwelt- und klimagerechte Versorgung mit Wasser, Energie und Nahrungsmitteln nachhaltiger und stärker miteinander verknüpft werden. Dafür rücken lokale und regionale Wasserkreisläufe in den Fokus und Pflanzen, die Dürreperioden besser verkraften.

Wir haben mit unseren lokalen und regionalen Partnern vor Ort genau analysiert, was die Lausitz wirklich braucht.

Alexander Michaelis Leiter des Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) Dresden

Herausforderungen in der Lausitz auch weltweit wichtig

Wasser, Energie und Ernährung seien für die Lausitz als besondere Herausforderungen und Chancen ausgemacht worden und hätten zugleich enorme weltweite Bedeutung. "In der Lausitz können wir deshalb Lösungen mit globaler Vorbildwirkung entwickeln", meinte der Leiter des Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme Dresden, Alexander Michalis. An der "Zukunftsfabrik" beteiligen sich die Technische Universität und die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, die TU Bergakademie Freiberg, die Hochschule Zittau/Görlitz, Unternehmen und Kommunen in der Lausitz.

Konkurrenz um Ideen in Sachsen

Bis 2023 soll in der Lausitz ein Forschungszentrum in der Lausitz entstehen, aber auch eines im mitteldeutschen Revier bei Leipzig. Bund und Land hatten dazu einen Wettbewerb mit internationaler Beteiligung ausgelobt, beworben hatten sich rund 100 Menschen Forschungsverbände und Einrichtungen aus Sachsen und der ganzen Welt.

Am Donnerstag werden sechs Skizzen ausgewählt, die je eine halbe Million Euro zur Ausarbeitung des Konzepts erhalten. Die endgültige Entscheidung soll im zweiten Quartal 2022 fallen. Jedes Zentrum könnte, abhängig vom wissenschaftlichen Erfolg, mittelfristig mit bis zu 170 Millionen Euro im Jahr gefördert werden.

Auch im Nachbarbundesland Brandenburg gibt es mehrere Initiativen, die sich überlegen, wie die Braunkohleregion nach dem Ende der Kohleverstromung bis spätestens 2038 aussehen könnte.

Bildband "Tief im Osten" 5 min
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Quelle: MDR/kk/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | in den Regionalnachricchten aus dem Studio Bautzen | 20. Juli 2021 | 15:30 Uhr

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