Wirtschaft Klima-Kompressor Hersteller bei Kamenz zeigt Corona die kalte Schulter

Vor Jahren waren Klimaanlagen im Auto noch Luxus, mussten als Sonderausstattung teuer bezahlt werden. Heute sind sie Standard. Das Herzstück der Klimaanlage im Auto - der Klimakompressor - wird in Straßgräbchen bei Kamenz gebaut. Doch nicht etwa die Hitze, sondern die Folgen der Pandemie lassen den Hersteller von Klima-Kompressoren ganz schön ins Schwitzen kommen.

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Gesellschafter der TDDK sind die japanischen Unternehmen Toyota Industries und Denso.  Bildrechte: Martin Wenk/MDR

Die Montagebänder laufen wieder, Industrieroboter bohren, fräsen und schrauben ununterbrochen. Doch nicht alles können die Automaten übernehmen, denn ihnen fehlt das Fingerspitzengefühl. Ein fitter Kopf samt Kreativität, gute Augen, flinke Hände und eine solide Ausbildung sind deshalb bei TDDK in Straßgräbchen gefragt, um am Tag mehr als 20.000 Klima-Kompressoren für alle namhaften Autohersteller von Alfa bis Volvo herstellen zu können.

Unternehmen nach Corona-Tief fast über den Berg

950 Mitarbeitende beschäftigt das japanische Tochterunternehmen von Toyota und Denso. Corona habe es in den vergangenen Monaten schwer beschäftigt, sagt ein heute zufriedener Ronald Juhnke als stellvertretender Geschäftsführer. Nach mehr als einem halben Jahr sei das Unternehmen coronafrei. Niemand aus der Belegschaft sei derzeit infiziert.
  

Hände an Klimakompressoren in TDDK-Werk Straßgräbchen
Der Klimakompressoren-Hersteller TDDK in Straßgräbchen produziert seit 2.000 in der Oberlausitz. Fast 1.000 Mitarbeitende hat das Unternehmen. Bildrechte: dpa

Vor einem Jahr musste die Produktion gedrosselt und dann für vier Wochen ganz eingestellt werden. Viele Autohersteller hatten ihre Produktion gestoppt. Die Folge war Kurzarbeit auch in Straßgräbchen. Im Herbst brummte wieder der Laden, doch dafür grassierte das Virus unter der Belegschaft, verursachte personelle Engpässe. Jetzt sorgen die Folgen der Pandemie für Probleme. Wie Ronald Juhnke sagt, können Halbleiter und Rohmaterialien, die für die Produktion wichtig sind, nicht pünktlich geliefert werden.

Wenn Teilemangel droht oder ein Schiff verspätet ankommt, müsse die Produktion immer wieder gestoppt werden.

Ronald Juhnke stellvertretender Geschäftsführer TDDK Straßgräbchen

Kreativität ist also gefragt, um die Produktion am Laufen zu halten. Auch deshalb wurde im Werk mithilfe eines mobilen Impfteams die Aktion "Geimpft in den Urlaub gestartet" begonnen. Angestrebt wird, dass bis Ende Juli etwa zwei Drittel der Belegschaft geimpft sind.

Gekühlte Stromer im Kommen

Nicht nur das Impfen direkt am Arbeitsplatz ist ein neuer Trend in Straßgräbchen, sondern auch seit einem Monat ein Klima-Kompressor für Elektroautos. Allerdings würden pro Woche nur 1.000 Stück hergestellt, sp Juhnke. Den größten Anteil machten weiterhin die Kompressoren für die Verbrenner aus. Und das werde auch in den kommenden Jahren so bleiben.

Quelle: MDR/uw/js

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalreport aus dem Studio Bautzen | 22. Juni 2021 | 16:30 Uhr

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