Nach Erdrutsch Sanierung des Knappensees dauert länger

Eine Schwallwelle sorgte im März dafür, dass am Knappensee im Landkreis Bautzen Teile des Ufers abgerutscht sind. Auch Gebäude wurden dabei beschädigt. Nun zieht sich die Sanierung in die Länge. Die Planer brauchen für ihr Konzept mehr Zeit als ursprünglich geplant. Wann es möglich sein wird, im See zu baden und Boot zu fahren, ist derzeit unklar.

Sandsäcke im Uferbereich mit Schwimmponton
Mit Sandsäcken werden nun bestimmte Abschnitte des Ufers gesichert, um es vor einer weiteren Schallwelle zu schützen. Bildrechte: Thomas Schneider

Die Sanierung des Knappensees verzögert sich. Nach dem gewaltigen Erdrutsch im März wird nach Angaben des Oberbergamtes weiter an einem Konzept gearbeitet, wie das abgerutschte Ufer gesichert werden soll. Die Verantwortlichen gehen nun davon aus, dass das entsprechende Papier erst im Frühjahr nächsten Jahres vorliegen wird. Eigentlich war für die Saison 2022 die Freigabe des gefluteten Tagebaus für die Freizeitnutzung vorgesehen. Wann das Baden und Bootfahren stattdessen möglich sein wird, ist laut Oberbergamt noch offen.

Schwallwelle bringt Erdreich ins Rutschen

Im März war an dem See im Landkreis Bautzen das Ufer auf 500 Metern Länge abgegangen. Ungefähr eine Million Kubikmeter Erdreich geriet ins Rutschen. Augenzeugen berichteten von einer 1,50 Meter hohen Schwallwelle. Auf der schräg gegenüberliegenden Seeseite wurden einige Gebäude beschädigt. Die Ursache für den Erdrutsch ist nach wie vor nicht geklärt. Vermutlich wurde er von Sanierungsarbeiten im Uferbereich ausgelöst, bei denen unter anderem Kippenmaterial abgetragen wurde. Zu dieser Einschätzung sind Experten des sächsischen Oberbergamtes gekommen.

Rutschung Knappensee
Auf einer Länge von 500 Metern rutschte im März das Ufer des Knappensees ab. Bildrechte: xcitePRESS

80 Prozent des Ufers gelten als gesichert

An dem See laufen schon seit 2014 Sicherungsarbeiten des Bergbausanierers LMBV. Auch am Tag des Erdrutsches wurde an dem Gewässer gearbeitet, allerdings an einer anderen Stelle. Rund 80 Prozent des Ufers gelten bereits als gesichert. Die abgerutschte Stelle gehört nicht dazu.

Sandsäcke sollen weiteren Schaden verhindern

Weil die Abbruchkante sehr steil ist und weitere Rutschungen nicht ausgeschlossen werden können, hat die LBMV inzwischen auf der anderen Seeseite bei Groß Särchen 575 sogenannte Big Bags - sehr große Sandsäcke - aufgestapelt. Sie sollen vor einer Schwallwelle schützen. Abseits der Rutschungsstelle gehen die Sanierungsarbeiten der LMBV weiter.

Quelle: MDR/sth/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen | 07. Mai 2021 | 13:30 Uhr

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