Koalitionsvertrag Sachsens Umweltminister Günther: Keine Panik bei Kohleausstieg

Der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung sieht vor, den Kohleausstieg von 2038 auf 2030 vorzuziehen. Sachsens Energieminister Wolfram Günther (Grüne) hat vor Panikmache beim Ende der Kohleförderung gewarnt.

Das warme Licht der tiefstehenden Abendsonne scheint auf die Kühltürme des Braunkohlekraftwerks Jänschwalde der Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG).
Die Ampelkoalition in Berlin will den Kohleausstieg um acht Jahre auf 2030 vorziehen. Bildrechte: dpa

Der sächsische Energieminister Wolfram Günther (Grüne) hat vor Panikmache im Zusammenhang mit einem vorgezogenen Ausstieg aus der Kohleförderung gewarnt.

Die Behauptung, mit der Energiewende und dem Kohleausstieg werden die Lichter in der Lausitz ausgehen, ist unredlich.

Wolfram Günther Sächsischer Staatsminister für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft

Grüne Sachsen
Der sächsische Energieminister Wolfram Günther (Grüne) sieht den vorgezogenen Ausstieg aus der Kohleförderung unproblematisch. Bildrechte: dpa

Die Lausitz sei schon heute deutlich breiter aufgestellt und lasse sich nicht auf Braunkohle reduzieren, sagte Günther der Deutschen Presseagentur. Die großen wirtschaftlichen und demographischen Strukturbrüche habe es bereits in den 1990er Jahren gegeben. "Aber natürlich steckt allen dieser doppelte Strukturbruch noch in den Knochen", betonte er und ging damit auf Sorgen der Einheimischen ein.

Der ursprüngliche Kohlekompromiss sah vor, dass Deutschland bis 2038 aus der Kohleförderung aussteigt. Die neue Ampelkoalition im Bund will ihn "idealerweise auf 2030" vorziehen.

Günther: Kohleausstieg wird vom Markt getrieben

Der Kohleausstieg sei schon in vollem Gange, sagte Günther. "Er wird vom Markt getrieben." Das habe mit dem CO2-Preis zu tun. Strom aus erneuerbaren Energien werde immer preiswerter und Kohlestrom immer teurer. "Die Schere geht immer weiter auseinander", erklärte Günther. Das sei der eigentliche Grund, warum etwa das Unternehmen Eins Energie in Sachsen den Kohleausstieg von 2029 auf 2023 vorziehe.

Günther sieht Energieversorgung nicht in Gefahr

Günther widersprach der Behauptung, der Kohleausstieg gefährde die Energieversorgung Deutschlands. "Die Abschaltung von Kohlekraftwerken steht immer unter dem Vorbehalt der Versorgungssicherheit." Das sei im Energiewirtschaftsrecht so angelegt.

Banken und Versicherungen finanzieren keine fossilen Projekte mehr, weil die Marktrisiken zu groß sind.

Wolfram Günther Sächsischer Staatsminister für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft

Gleichzeitig forderte der Energieminister ein rasches Handeln, weil der Klimawandel in Sachsen bereits sichtbar sei. "In den Wäldern gibt es das vierte Jahr in Folge historische Schäden." Die Landwirtschaft kämpfe mit Millionenschäden durch jahrelange Dürre und Hochwasser bescherten dem Freistaat Milliardenschäden. "Das sind Kosten, die gar nicht mehr kalkulierbar sind. Deshalb gibt es keine Alternative zu erneuerbaren Energien."

Windräder
Wolfram Günther sieht keine Alternativen zum Ausbau der erneuerbaren Energien. Bildrechte: imago images/Shotshop

Quelle: MDR/tfr/dpa

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