"Lausitzer Fisch" Verkannter Superfisch: Neue Marke soll Karpfen zum Durchbruch verhelfen

Der Karpfen gilt zwar als einer der gesündesten und am nachhaltigsten produzierten heimischen Fische, doch das schlägt sich nicht in den Verkaufszahlen nieder. Mit der neuen Marke "Lausitzer Fisch" soll sich das jetzt ändern.

Karpfenernte bei Königswartha
Lausitzer Karpfen wachsen naturnah in Teichen auf. Nach drei Jahren sind sie groß genug für den Verkauf. Bildrechte: MDR/Viola Simank

Gesund, nachhaltig, regional: Der Karpfen hat eigentlich alles, was viele Verbraucher schätzen. Doch aus Sicht der Lausitzer Teichwirte haben sich diese guten Eigenschaften noch nicht genügend herumgesprochen. In den vergangenen eineinhalb Jahren haben sie deshalb gemeinsam mit der Marketinggesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien (MGO) und anderen Experten an einer besseren Vermarktungsstrategie gearbeitet. Das Projekt wurde von der Europäischen Union gefördert.

Qualitätskriterien für den Lausitzer Fisch

Logo Lausitzer Fisch
Das neue Logo "Lausitzer Fisch" in Deutsch und Sorbisch: Die Lausitz ist zweisprachig. Bildrechte: Marketinggesellchaft Oberlausitz-Niederschlesien

Am Montag sind erste Ergebnisse vorgestellt worden, allen voran das Logo für die neue Marke "Lausitzer Fisch". Es soll künftig das Erkennungsmerkmal für entsprechend zertifizierte Betriebe sein. Denn um die neue Marke mit Leben zu füllen, wurden erstmals auch entsprechende Qualitätskriterien für deren Nutzung entwickelt. So müsse der Fisch mindestens ein Drittel seiner Lebenszeit in der Lausitz gewachsen und hier geerntet sein, so Caroline Schneider von der Marketinggesellschaft. Zusätzliche Kriterien seien unter anderem das Engagement für die Region und den Naturschutz, aber auch die Zusammenarbeit mit anderen Partnern. Die Zertifizierung soll von einer Fachjury vorgenommen werden, die aus Praktikern und Experten besteht.

Griesteich bei Königswartha
Die Oberlausitzer Teichlandschaft ist auch eine beliebte Urlaubsregion. Bildrechte: MDR / Viola Simank

Internetplattform geplant

Auch Sachsens Landwirtschaftsminister Wolfram Günther (Bündnis 90/Die Grünen) unterstützt die Bemühungen um eine bessere Vermarktung des Lausitzer Fisches. Die Initiative liege gut im Trend: "Nachfrage und Absatz bei regionalen Lebensmitteln haben sich gerade in den letzten Monaten deutlich erhöht. Mehr Regionalität ist in vielen Haushalten gelebte Praxis geworden." Damit dieser Trend sich fortsetzt, soll auch eine Internetplattform über den Lausitzer Fisch informieren. In Gestalt eines Erlebnis-Fischereihofes will sie Wissenswertes rund um das Thema vermitteln und auf touristische Angebote hinweisen. Auch die zertifizierten Partner könnten sich auf dieser Plattform präsentieren, betont MGO-Sprecherin Caroline Schneider. Noch ist der virtuelle Fischereihof nicht online. In den kommenden Wochen soll er mit entsprechenden Angeboten bestückt werden.

Quelle: MDR/vis

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen | 15. Juni 2021 | 07:30 Uhr

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