Kinofilm Filmpremiere in Bautzen: Ist Comedian Olaf Schubert der uneheliche Sohn von Mick Jagger?

26. März 2023, 17:22 Uhr

In seinem neuen Film hält sich der Komiker Olaf Schubert für den Sohn von Mick Jagger. Seine Suche nach Beweisen führt ihn darin auch nach Bautzen. Bei der Premiere in der ostsächsischen Stadt erzählt er im Gespräch mit MDR Sachsen, welche Vorstellungen von Bautzen er revidieren musste. Und wo er seinen Film am liebsten zusammen mit Mick Jagger anschauen würde.

Olaf Schubert ist umringt von Journalisten, Fotografen und Fans. Sie alle sind in den Filmpalast Bautzen gekommen, um den Dresdner Komiker zu sehen. Eine Frau im Pullunder, die fast ein bisschen aussieht wie  eine weibliche Version des sächselnden Comedians, fragt nach einem Selfie. Schubert lässt sie geduldig Fotos machen. Als sie fertig ist, warten schon die nächsten.

Zuschauer jubeln, als Schubert den Saal betritt 

Nach zahllosen weiteren Fotos mit Kinogästen geht Olaf Schubert in den Kinosaal, wo er vor ausverkauftem Haus die Zuschauer begrüßt. Die Menge johlt und klatscht vor Freude, als er in seinem karierten Pullunder und Lederjacke den Saal betritt.

Als der Moderator ihn fragt, was das Publikum von dem Film erwarten kann, antwortet Schubert in seiner trockenen Art zunächst nur: "einen Farbfilm". Lacher. Dann fasst er die Handlung auf seine Art zusammen: "Ich bin in dem Film auf der Suche nach meinem Vati. Da hat sich einiges zugetragen." Er wolle aber nicht zu viel verraten beziehungsweise "nicht schpoilern", wie er das in einem Mix aus Englisch und Deutsch nennt.

Rammstein-Keyboarder tritt im Film auf 

Im Film findet Olaf Schubert durch Zufall heraus, dass seine Mutter in den 60ern wahrscheinlich eine Affäre mit Mick Jagger hatte. Und der Zeitraum lässt ihn annehmen, dass er ein Nachkomme des Stones-Frontmannes ist. Auf der Suche nach Gewissheit forscht er nach: in Rock’n’Roll- und Stasi-Archiven. Bei Rammstein-Keyboarder Flake und bei Toni Krahl, dem Sänger der Ostberliner Band City. In Münster, Frankreich und Bautzen. 

 

Eine Haarlocke in Bautzen soll Klarheit bringen 

In Bautzen besucht Olaf Jagger das Stones Pavillon, ein kleines Bautzener Rolling-Stones-Museum. Denn dort soll es eine Haarlocke von Mick Jagger geben - wertvolles Beweismaterial für einen DNA-Test. 

Über Bautzen sagt Schubert: "Da war ich - wie sagt man so schön? - geflasht. Denn man denkt ja: In Bautzen da leben die paar Bautzener. Und dann natürlich die Sorben und das Gefängnis und der Senf. Und damit hat sich’s. Nein, weit gefehlt!" Denn es gebe in Bautzen das Rolling-Stones-Museum, "ein hervorragendes Kleinod". 

Schubert würde Film gern mit Mick Jagger in Bautzener Kino sehen

Auf die Frage, ob Mick Jagger den Film schon gesehen hat, erinnert Schubert daran, dass es ja noch keine Premiere gegeben hat. Aber er sei guter Dinge, dass er ihn sich noch anschaut. "Vielleicht ja hier in Bautzen im Kino. Das wäre eigentlich die beste Location."

Nach der Begrüßung im Bautzener Filmpalast muss Schubert weiter: Heute stehen für ihn noch Premieren in Görlitz und in Dresden auf dem Programm, in den nächsten Tagen in vielen weiteren deutschen Städten. "Und nächste Woche der australische Markt und dann Südamerika. Und zum Schluss der Mond", sagt Schubert gewohnt scherzhaft, bevor er geht.

Der Museumskurator Olaf Böhme ist auch zur Premiere gekommen. Denn er hat eine kleine Rolle in "Olaf Jagger" - er spielt sich darin selbst, so wie die meisten Personen in dem Film. Denn er ist gedreht im Stil einer Doku, der Inhalt ist aber fiktional.

Die Regisseurin Heike Fink erklärt, sie habe auch gedreht wie bei einer Doku. Es habe keinen genau vorgegebenen Text gegeben, vieles habe Schubert improvisiert. Und das merkt man dem Film an: Manchmal wirkt das Schauspiel fast so, als lerne man die Privatperson Olaf Schubert mit ihrer wahren Geschichte kennen. Dabei gibt es die eigentlich gar nicht: Schubert ist eine Kunstfigur.

Ich habe bis zum Schluss überlegt, ob die Geschichte wahr ist.

Premieren-Zuschauerin aus Bautzen

Grenze zwischen Realität und Fiktion im Film oft unklar

Für viele Premieren-Zuschauer sind die Grenzen zwischen Fiktion und Realität bei der sogenannten Mockumentary nicht immer klar. Einer fragt, ob es sich bei dem Mick Jagger, der im Film auftaucht, um den echten Stones-Sänger handelt. Und eine Frau will wissen, ob es die Jagger-Haarlocke im Bautzener Stones Pavillon wirklich gibt. Und diese Unsicherheit macht für viele Zuschauer offenbar den Reiz des Films aus: "Mir hat der Film sehr gut gefallen", sagt eine Zuschauerin. "Ich habe bis zum Schluss überlegt, ob die Geschichte wahr ist."

Für eine andere Premieren-Besucherin, macht den Reiz der Nostalgie-Faktor aus. Denn der Film nimmt das Publikum in Anekdoten und Erzählungen immer wieder mit zurück in vergangene Jahrzehnte der DDR: "Da kamen viele Erinnerungen aus meiner Jugend wieder hoch."

MDR (jwi)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 26. März 2023 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

Manfred am 27.03.2023

Was für ein Schwachfug, hoch 3...

Graf von Henneberg am 26.03.2023

Der Jagger in der Papa vom Olaf - genau so isses. Und die Mutti ist die Janis Joplin. Ich war dabei - seinerzeit.

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