Lausitzer Seenland Uferbereich am Knappensee abgerutscht

Abgerutschtes Ufer am Knappensee
Auf einer Länge von 500 Metern ist ein Hang am Ufer des Knappensee abgerutscht. Dabei wurden auch Bäume mit in die Tiefe gerissen. Bildrechte: MDR/xcitepress

Am Knappensee bei Hoyerswerda ist Donnerstagvormittag ein Hang nahe Koblenz abgerutscht. Dieser lag nach Angaben des Bergbausanierers LMBV in einem ungesicherten und noch nicht sanierten Gebiet im Nordosten des Sees. Laut LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber brach der Boden auf einer Uferlänge von 500 Metern weg. Dabei rutschte auch Wald im Hinterland mit in den See. Durch die Rutschung kam es zu einer 1,50 Meter hohen Flutwelle. Personen seien nicht zu Schaden gekommen.

Bungalows und Vereinsgebäude beschädigt

Die Flutwelle zerstörte auf der gegenüberliegenden Seite des Sees bei Groß Särchen Teile einer Bungalowsiedlung. Dabei wurden zwei private Bungalows beschädigt ebenso wie Gebäude des Segelvereins und des DRK, teilte das Oberbergamt mit. Auch der Zaun um den Sperrbereich am See wurde in Mitleidenschaft gezogen, konnte aber bereits wieder instand gesetzt werden. Die Feuerwehr war ebenfalls vor Ort und half bei der Schadensbeseitigung.

Die Rutschung bestätigt eindringlich das Sanierungserfordernis des bereits 1945 stillgelegten ehemaligen Braunkohletagebaus.

Bernhard Cramer Sächsisches Oberbergamt

Gartenlaube
Die Flutwelle hat auch Bungalows zerstört. Bildrechte: MDR/xcitepress

Spezialisten forschen nach Ursachen

Warum es zu der Rutschung gekommen ist und welche Schäden sie auf beiden Uferseiten des Knappensees angerichtet hat, untersuchen jetzt Sachverständige für Geotechnik. In der Vergangenheit hat es laut Oberbergamt in diesem Bereich bereits mehrmals Rutschungen gegeben. Die jetzige Rutschung habe die Sperrbereichsgrenze jedoch nicht erreicht, für Leib und Leben habe keine Gefahr bestanden. Trotzdem sei jetzt erst einmal nicht absehbar, wann es mit den regulären Sanierungsmaßnahmen weitergehen kann.

Der Knappensee wird seit 2014 umfassend von der LMBV saniert und ist gesperrt. Ab 2022 sollte er wieder für die touristische Nutzung freigegeben werden.

Quelle: MDR/vis/xcitepress

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 11.03.2021 | 19:00 Uhr

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