Sport im Hochhaus Hoyerswerdaer Verein baut sich Trainingsstätte in Ladenzeile

Schnell wechselnde Mieter oder lange leer stehende Geschäftsräume sind ein Problem in vielen Städten. Der traditionelle Einzelhandel hat es schwer, gegen die großen Ketten und den Online-Handel zu bestehen. Viele Läden werden deshalb umgebaut, beispielsweise zu Wohnungen oder sozialen Treffpunkten. In Hoyerswerda hat jetzt ein Sportverein eine leere Ladenzeile für sich entdeckt.

Junge Frau mit einem Emblem
Anke Stefaniak vom Sportverein FSG Medizin steht vor der künftigen eigenen Trainingsstätte in einem Hoyerswerdaer Hochhaus. Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

Ein Versicherungsbüro, ein Nagelstudio und ein Sonnenstudio waren zuletzt in der Ladenzeile im Erdgeschoss des großen Hochhauses untergebracht. Doch durch das benachbarte Einkaufszentrum - das Lausitz-Center - ist es schwer, Kundschaft hier in die Bonhoeffer Straße zu bekommen. Jetzt soll in den Geschäften Sport getrieben werden.

Unabhängig von Hallenzeiten

Der Sportverein FSG Medizin will sich hier eine eigene Trainingsstätte einrichten. Auch, um den Kampf um freie Hallenzeiten nicht mehr mitmachen zu müssen, sagt die Vereinsvorsitzende Anke Stefaniak:  "Die letzten zehn Jahre haben wir als Verein immer eine Sportstätte anmieten müssen.

Das Problem dabei ist, dass wir damit nicht über die Zeiten verfügen können, die wir tatsächlich brauchen." So sei bei der Schulturnhalle der Vormittag tabu und man könne nur die Nachmittags- und Abendstunden nutzen. Dabei müsste man sich die Zeiten noch mit anderen Nutzern teilen. "Das heißt, das Potential, das wir haben, können wir gar nicht ausleben", sagt die 40-Jährige.

Das zuständige Architekturbüro hat eine Visualisierung von dem künftigen Sportraum erstellt.
Das mit dem Umbau beauftragte Architekturbüro PPS Architekten hat eine Visualisierung von dem künftigen Sportraum erstellt. Bildrechte: PPS Architekten

Seenland-Stiftung fördert Projekt

Ab Oktober soll deshalb im Erdgeschoss des elfstöckigen Hochhauses, das der Hoyerswerdaer Wohnungsgesellschaft gehört, gebaut werden. Auf 400 Quadratmetern entstehen ein Kursraum, Umkleiden, Aufenthaltsraum und ein Vereinsbüro. Die planmäßigen Baukosten betragen laut Stefaniak 160.000 Euro. Die Hälfte werde von der Sportförderung des Landes übernommen. 35.000 Euro gibt die Stiftung des Seenlandklinikums in Hoyerswerda dazu.

Männer und Frauen stehen nebeneinander
Scheckübergabe in künftigen Domizil des Sportvereins. Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

Den symbolischen Scheck hatte Klinik-Chef Mirko Papenfuß am Mittwoch persönlich überreicht. Er weist auf die Historie des Vereins hin, die mit dem Krankenhaus verknüpft ist. "Diese Sportgemeinschaft hatte ihren Ursprung im Klinikum als Betriebssportgemeinschaft." In den späten 1950er-Jahren war sie entstanden. Papenfuß begrüßt das Engagement der Sportler. Es sei eine Herzensangelegenheit, es zu unterstützen.

OB Ruban-Zeh: Nachhaltige Nutzungsalternative

Ab nächsten Frühjahr will die FSG Medizin an der Bonhoeffer Straße dann Gesundheits- und Rehasport anbieten. Der Standort wurde langfristig bei der Wohnungsgesellschaft gemietet. Hoyerswerdas Oberbürgermeister Ruban-Zeh freut sich über diese alternative Nutzungsvariante. Sie sei nachhaltig und werde auch wirklich auf lange Sicht das Wohngebiet beleben, ist der OB gewiss. "In der Nähe des Centers, denke ich, werden wir es nicht mehr schaffen, hier wieder Geschäfte herzubringen", so Ruban-Zeh.

Sportverein im Hochhaus
Durch das großes Einkaufscenter in der Nähe, gibt es kaum Laufkundschaft an der Ladenzeile auf der Bonhoeffer Straße. Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

Die FSG Medizin hat etwa 350 Mitglieder. Die Kursangebote reichen vom Babyschwimmen für die ganz Kleinen bis zum Herzsport für die Hochbetagten. Selbstverständlich können im neuen Domizil auch die Anwohner Sport treiben.

Quelle: MDR/ma

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalreport | 15. September 2021 | 16:30 Uhr

Mehr aus Bautzen, Hoyerswerda und Kamenz

Blick in eine Fabrikhalle. 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Werkzeugmaschinenbauer Trumpf baut den Standort Neukirch im Landkreis Bautzen aus. Hier sollen elf Millionen Euro investiert werden. Das Geld fließt unter anderem in die Fertigung hochmoderner Laseranlagen.

20.09.2021 | 17:50 Uhr

Mo 20.09.2021 17:30Uhr 00:46 min

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/bautzen/bautzen-hoyerswerda-kamenz/video-neukirch-trumpf-werkzeugmaschinen-investition-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Mehr aus Sachsen