Bürgertreff Stadtwerkstatt Kamenz hat neues Domizil und bald ein Jugendcafé

Es musste ziemlich fix gehen. Weil sich ein Interessent für das Ladengeschäft in der Rosa-Luxemburg-Straße gefunden hatte, musste die Stadtwerkstatt Kamenz aus ihrem alten Domizil raus. Seit Montag zeigt ein blaues Schild über den Eingang der Pulsnitzer Straße 17, dass nun hier der Bürgerverein weitermacht - nach dem Lockdown. Dann soll mit dem "Café K" auch ein Treff für Jugendliche öffnen.

Stadtwerkstatt Kamenz
Ausgeräumt, gemalert und Fußboden verlegt. Das Grobe ist getan. Jetzt geht es ans Hübschmachen, sagen Sebastian Schindler und Thomas Wolf. Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

Die Küche ist eingebaut, das Bad installiert, die Wände gestrichen. Sebastian Schindler und Thomas Wolf von der Stadtwerkstatt Kamenz wirken zufrieden. Eben haben sie das blaue Eingangsschild des Vereins über die Tür gehängt. Jetzt geht es ans Verschönern.

Daran war noch vor einem Monat nicht zu denken, als die Vereinsmitglieder das Geschäft im Eckhaus an der Pulsnitzer Straße erstmals betraten. "Es war mal ein Elektronikladen und überall standen noch Regale und Sachen", sagt Thomas Wolf. "Es gab doch einiges zu tun", stimmt Sebastian Schindler ein. "Aber wir sind ja ein Verein mit vielen aktiven Mitgliedern." So ging es Stück für Stück voran. Wegen des Corona-Lockdowns sei immer einzeln oder zu zweit gearbeitet worden.

Umzug dank digitaler Spendendose

Die Kosten bezahlt der Verein aus eigener Kasse. Das ist nicht so einfach, weil durch die Pandemie im vergangenen Jahr die Einnahmen fast komplett weggefallen sind. Man hatte aber noch Geld aus früheren Veranstaltungseinnahmen, Vermietungen und Getränkeverkauf auf dem Konto. Außerdem startete die Stadtwerkstatt eine Crowdfunding-Aktion im Internet. Die digitale Spendenbüchse erreichte das selbst gesteckte Sammelziel von 1.000 Euro. Die Volksbank Dresden-Bautzen legte noch 200 Euro obendrauf und so konnte der Umzug finanziert werden.

Wenn dann endlich wieder Veranstaltungen in Innenräumen möglich sind, wartet die Stadtwerkstatt mit einer Neuerung auf: Jugendliche aus Kamenz wollen den Jugendtreff "Café K" starten. Der Billardtisch steht schon da. Die Jungen und Mädchen hatten zuerst am alten Standort der Stadtwerkstatt mit der Einrichtung ihres Treffpunktes begonnen. "Dann kam der zweite Lockdown und sie konnten ihr Eröffnung nicht feiern", berichtet Sebastian Schindler. "Aber sie sind trotzdem noch frohen Mutes und dabei", versichert der 31-Jährige.

Stadtwerkstatt Kamenz
Die Stadtwerkstatt soll ab diesem Sommer auch zum Anlaufpunkt für Schüler und Schülerinnen werden. Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

Zentraler Treffpunkt für Schüler

Dass das Jugendcafé trotz aller Stolpersteine nicht scheitert, freut Alexander Bulharu. Der heute 20-Jährige gehört zur ersten Schülergeneration, die vor fünf Jahren alles angeschoben hatte. "Ich hatte schon Bedenken, dass das Projekt wegen Corona sein Ende findet", sagt der Jura-Student. Dass dem nicht so ist, dafür hat die nachfolgende Schülergeneration gesorgt. Paula Hasselbach zum Beispiel. Für sie ist der Treff auch wichtig, damit sich darüber die Schulen in Kamenz verbinden können. "In der Stadt gibt es keinen Platz, wo man nach der Schule hingehen kann und sich mit Freunden aus anderen Schulen treffen kann", sagt die 15-Jährige. Den Raum dafür wolle man jetzt bieten. Je nachdem, wie es angenommen wird, sollen auch mehr Angebote hinzukommen.

Am Gipfelstürmerpfad wird getüftelt

Auch die Erwachsenen müssen in der Stadtwerkstatt einiges an Veranstaltungen wiederbeleben - mit dem Neustart nach dem Lockdown. Mit konkreten Terminen hält sich die Stadtwerkstatt bisher zurück. Man wartet erst die Entwicklungen im Pandemiegeschehen ab. Eins klappt in jedem Fall, verspricht Thomas Wolf: "Fest steht der Termin 'Tag der offenen Gartenpforte' am 20. Juni und es wird wahrscheinlich dieses Jahr noch eine Nummer größer werden."

Keine Veranstaltung, sondern eine neue Erlebnismöglichkeit ist ebenfalls im Werden. Gemeinsam mit dem Hutbergverein wird der sogenannte Gipfelstürmerpfad entwickelt. "Da haben wir einen Wissenskurs in der freien Natur geplant, ausgehend vom Markt durch das Herrental den Hutberg hoch", erklärt Thomas Wolf. Der Weg soll Schautafeln bekommen. Zudem würden Spiele integriert, um Familien mit Kindern anzusprechen. Auch soll ein Bienenlehrpfad des Imkervereins mit einbezogen werden.

Stadtwerkstatt Kamenz
Thomas Wolf und Sebastian Schindler hoffen, dass es bald Veranstaltungen im neuen Domizil der Stadtwerkstatt geben wird. Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

Quelle: MDR/ma

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | im Regionalreport aus dem Studio Bautzen | 06. Mai 2021 | 14:30 Uhr

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