Statistitisches Landesamt Energie-und Lebensmittelpreise treiben Inflation in Sachsen auf sieben Prozent

Der Krieg in der Ukraine und die damit erwarteten Engpässe bei Öl und Gas lässt die Energiekosten steigen und heizt die Inflation weiter an. Im März erreicht die Jahresteuerungsrate bundesweit einen Höchstand seit 1990.

Ein Kunde bezahlt seinen Einkauf an einem Stand auf einem Wochenmarkt mit einem Fünf-Euro-Schein (gestellte Szene).
Die Inflation stieg in Sachsen im Märu auf sieben Prozent. Bildrechte: dpa

Die Energie- und Lebensmittelpreise treiben die Inflation in Sachsen weiter in die Höhe. Nachdem die Verbraucherpreise für Waren und Dienstleistungen binnen eines Jahres schon im Februar um 4,9 Prozent gestiegen waren, erreicht die Jahresteuerungsrate im März voraussichtlich 7,0 Prozent. Das teilte das Statistische Landesamt mit.

Energiepreise heizen die Inflation an

Besonders die Energiepreise heizten die Inflation an - sie stiegen durchschnittlich um mehr als ein Drittel (33,8 Prozent) im Vergleich zum Vorjahresmonat. "Wer trotz eines milden Winters in diesem Monat seinen Tank mit Heizöl oder Flüssiggas befüllen musste, zahlte unverkennbar erheblich mehr als vor zwölf Monaten", teilten die Statistiker mit. So seien die Preise für Heizöl um 104,8 Prozent auf mehr als den doppelten Preis gestiegen. Bei Flüssiggas sehe es mit einer Preissteigerung von 101,4 Prozent ähnlich aus. Auch für Fernwärme (32,6 Prozent) und Erdgas (14,1 Prozent) mussten Verbraucher tiefer in die Tasche greifen.

Ein Kunde einer freien Tankstelle füllt sein Auto mit Diesel-Kraftstoff.
Die steigenden Energiepreise heizen Inflation an. Bildrechte: dpa

Preise für Lebensmittel um acht Prozent höher

Die Preise für Lebensmittel waren demnach 8,1 Prozent höher als im März 2021. Damit stiegen die Preise im Vergleich zum Februar nach den vorläufigen Daten noch einmal um 2,4 Prozent. Die Kraftstoff-Preise stiegen mit 20,8 Prozent mehr als ein Fünftel innerhalb eines Monats.

Ein Kunde bezahlt seinen Einkauf an einem Stand auf einem Wochenmarkt mit einem Fünf-Euro-Schein
Die Preise für Lebensmittel stiegen im Vergleich zum März des Vorjahres um 8,1 Prozent. Bildrechte: dpa

Hohe Inflation auch bundesweit

Bundesweit stellt sich die Situation ähnlich dar. Wie das Statische Bundesamt anhand vorläufiger Daten mitteilte, ist die Inflationsrate in Deutschland ist im März auf den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung gestiegen. Demnach lagen die Verbraucherpreise 7,3 Prozent über dem Niveau des März 2021. Im Februar hatte die Jahresinflationsrate noch bei 5,1 Prozent gelegen.

Wirtschaftsweise senken Wachstumsprognose

Nach Einschätzung der "Wirtschaftsweisen" müssen sich die Deutschen in Folge des Ukraine-Krieges auf dauerhaft höhere Energiepreise einstellen. Veronika Grimm vom Wirtschaftssachverständigenrat der Bundesregierung erklärte, dass sich Deutschland unabhängiger von Gas- und Ölimporten aus Russland mache und dadurch die Kosten stiegen. Die Experten senkten ihre Wachstumsprognose für die Wirtschaft in diesem Jahr von 4,6 Prozent auf 1,8 Prozent.

Keine Entspannung in Sicht

Mit einer Entspannung bei den Preisen ist vorerst nicht zu rechnen. Die Deutsche Bundesbank schrieb in ihrem Monatsbericht für März, die Preise für Nahrungsmittel und Industriegüter dürften wegen des Einbruchs der Weizenexporte aus der Ukraine und Russland sowie wegen Störungen der Lieferketten weiter steigen.

Eine Umfrage des Ifo-Instituts ergab, dass immer mehr Firmen in den kommenden drei Monaten ihre Preise erhöhen wollen, vor allem solche im konsumnahen Bereich. Zugleich rechnen die Ifo-Ökonomen in ihrer Konjunkturprognose, dass sich die Situation in den kommenden Monaten zuspitzen könnte. In einem ihrer Szenarien erreichen die Preise ihren Hochpunkt zur Jahresmitte und beginnen dann wieder zu sinken. "Bis Mitte des Jahres dämpfen jedoch eine hohe wirtschaftspolitische Unsicherheit sowie eine Verschärfung der Lieferengpässe die Situation", schreiben die Wirtschafftswissenschaftler.

MDR (kt)/dpa/MDR

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 30. März 2022 | 15:30 Uhr

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