Kriminalität Tatverdächtiger im Fall Großröhrsdorf in Psychiatrie eingewiesen

Der Tatverdächtige im Fall eines getöteten Mädchens in Großröhrsdorf kommt nicht auf freien Fuß. Nach seiner Festnahme am Donnerstag wurde er am Freitag einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser ordnete die Unterbringung in einer geschlossenen Abteilung an. Die Kleinstadt im Landkreis Bautzen steht seit der Tat unter Schock.

Polizeifahrzeuge und Polizisten stehen vor einer Straße
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Einen Tag nach der Festnahme eines Tatverdächtigen im Fall des getöteten Mädchens in Großröhrsdorf hat ein Richter dessen Einweisung in eine Psychiatrie angewiesen. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitagnachmittag mit. Ein 15-Jähriger steht im Verdacht, das 16 Jahre alte Mädchen in der vergangenen Woche getötet zu haben. Er wurde am Freitag einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Im Ergebnis ordnete dieser die Unterbringung des Tatverdächtigen in einer geschlossenen Abteilung eines psychiatrischen Krankenhauses an.

Die Ermittlungen zum Tatmotiv und den sonstigen Tatumständen dauern an. Am Freitag wurde das elterliche Wohnhaus des Jugendlichen erneut durchsucht.

Zeugen fanden schwerverletztes Mädchen in Garagenhof

Ein Polizeiauto steht in einem abgesperrten Bereich in einem Garagenkomplex. Dahinter befinden sich mehrere Polizeibeamte.
In diesem Garagenkomplex wurde das schwerverletzte Mädchen gefunden. Bildrechte: xcitepress

Der Jugendliche soll das Mädchen am Mittwoch vergangener Woche in einem Garagenhof in Großröhrsdorf niedergestochen haben. Zeugen fanden das schwer verletzte Opfer in einem Garagenkomplex. Rettungskräfte reanimierten die Jugendliche zunächst und brachten sie in ein Krankenhaus, wo sie jedoch ihren Verletzungen erlag. Beide kannten sich Medienberichten zufolge aus der Schule. Nach mehreren Zeugenhinweisen waren am Donnerstag Polizisten und Kriminalisten zum Elternhaus gefahren, hatten es durchsucht und den Jungen festgenommen.

Kleinstadt unter Schock

In dem knapp 10.000-Seelen-Städtchen herrscht Bestürzung, die Stimmung ist gedrückt, wie Bürgermeister Stefan Schneider (parteilos) berichtete. "Bis heute waren die Menschen auch ängstlich." Eltern brachten ihre Kinder, die sonst dahin laufen, zur Schule. "Ich hätte nie gedacht, dass so etwas hier wieder passiert."

Am nächsten Mittwoch soll es laut Schneider beim Gottesdienst in der Stadtkirche ein Friedensgebet für die getötete 16-Jährige geben. Die Familie des Mädchens bat nach Angaben ihres Anwalts darum, "Alleingänge und Vermutungen in sozialen Netzwerken zu unterlassen" und diese Hinweise stattdessen der Polizei mitzuteilen. "Dies wäre auch der Wunsch von Wiktoria gewesen."

"Es ist eine furchtbare Tat", sagte ein Polizeisprecher. Das Alter des Beschuldigten verlange aber auch Sensibilität. Im rechtsstaatlichen Strafverfahren gelte die Unschuldsvermutung.

Quelle: MDR/dk/dpa/afp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 24. September 2021 | 19:00 Uhr

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