Ermittlungen Tötungsverbrechen in Großröhrsdorf: Staatsanwaltschaft beantragt Haftbefehl

Eine Woche nach dem gewaltsamen Tod einer Jugendlichen in Großröhrsdorf gibt es einen Tatverdächtigen. Der 15-jährige Deutsche ist am Donnerstag vorläufig festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft Görlitz wird am Freitag Haftantrag stellen.

Zahlreiche Einsatzfahrzeuge der Polizei stehen in einer Einfahrt
Nach dem gewaltsamen Tod einer jungen Frau haben die Ermittler am Donnerstagvormittag die Wohnung eines Tatverdächtigen in Großröhrsdorf durchsucht. Bildrechte: xcitePRESS

Im Fall der vor einer Woche getöteten 16-Jährigen in Großröhrsdorf wird die Görlitzer Staatsanwaltschaft Haftantrag für den vorläufig festgenommenen 15-jährigen Deutschen stellen. Es gehe um Totschlag. "Aus unserer Sicht ist er dringend tatverdächtig", sagte ein Sprecher am Donnerstagnachmittag. Ein Richter des zuständigen Amtsgerichts Bautzen werde am Freitag darüber befinden. Der Jugendliche war vorläufig festgenommen und seine Wohnung in der Kleinstadt durchsucht worden. Die Ermittlungen zu Tatmotiven dauern an.

Durchsuchungen in der Wohnung des Tatverdächtigen

Zuletzt waren die Kriminalisten zahlreichen Hinweisen aus der Bevölkerung nachgegangen und hatten sich bei den Ermittlungen auf das Umfeld des Opfers konzentriert. Der Einsatz in der Wohnung, in der der Tatverdächtige lebt, dauert an. Vor Ort sind den Angaben zufolge neben Beamten der Kriminalpolizei und des Einsatzzuges der Polizeidirektion Görlitz, Kräfte der Bereitschaftspolizei, ein Diensthundeführer sowie Ermittler des Landeskriminalamtes.

Das Haus wird akribisch nach Hinweisen und Spuren durchsucht, die mit der Tat in Zusammenhang zu bringen sind.

Kai Siebenäuger Sprecher der Polizeidirektion Görlitz

Entdecke man solche Spuren, müssten diese kriminaltechnisch untersucht werden. "Dann werden wir sehen, ob wir belastende Beweise finden", sagte Polizeisprecher Kai Siebenäuger. Auf die Spur hätten die Beamten unter anderem Zeugenhinweise und Vernehmungen von Zeugen gebracht, hieß es.

Ob sich der mutmaßlich Täter und das Opfer gekannt haben, wollte der Sprecher auf Nachfrage von MDR SACHSEN nicht beantworten. Die Ermittlungen im persönlichen Umfeld des Opfers seien ein Ermittlungsansatz. Es gebe auch die Hypothese, dass sich beide nicht kannten und es ein Zufallsopfer war, so Siebenäuger.

Nachbarn sind erschüttert

In der Nachbarschaft des festgenommenen 15-Jährigen zeigen sich Anwohner erschüttert: "Ich wohne gleich hier. Das ist ein bedrückendes Gefühl. Gestern war ja die Mahnwache. Da war ich auch dabei. Das ist ein komisches Gefühl. Am Ende war er ja auch dort", sagte eine Frau.

Ähnlich äußerte sich eine andere Nachbarin: "Das ist ganz furchtbar, wenn das so sein sollte. So etwas haben wir hier in unserer Gegend noch nie erlebt."  

Spürhund mit Polizisten.
Die Ermittler auf der Suche nach Spuren. Bildrechte: xcitePRESS

Die 16-Jährige gebürtige Polin war am vergangenen Mittwoch mit mehreren Stichverletzungen in einem Garagenkomplex gefunden worden. Sie starb wenig später im Krankenhaus. Eine Täterbeschreibung gab es aufgrund fehlender Details nicht. Ein Zeuge konnte nur Angaben zum Geschlecht und eine grobe Beschreibung der Kleidung machen.

Quelle: MDR/lam/sth/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 23. September 2021 | 13:00 Uhr

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