Neustart Bautzner Theater startet mit Freiluft-Aufführungen

In Bautzen gibt es ab sofort wieder Theater. Das Deutsch-Sorbische Volkstheater öffnet seinen Garten und zeigt dort zunächst mehrere Inszenierungen des Puppentheaters.

Seit Sonnabend gibt es in Bautzen wieder Theatervorstellungen. Das Deutsch-Sorbische Volkstheater präsentiert mehrere neue Stücke im Theatergarten. "Weil wir nicht wussten, wie sich die Pandemie entwickelt, haben wir gesagt, wir werden in dieser Spielzeit nichts mehr drinnen präsentieren. Wir gehen nur noch mit Freiluftangeboten an das Publikum", sagt Theaterintendant Lutz Hillmann.

Im Garten am großen Schauspielhaus sind zunächst zwei Premieren des Puppentheaters zu sehen. Am Sonnabend wird "Godow und Somorrha – Gedöns vonner Insel gezeigt" - der zweite Teil des ironischen Handpuppenstücks von Stephan Siegfried. Am Sonntag bringen die Theaterleute "Kaspar und das Wahrheitstuch" auf die Bühne – ein Stück, das am Bautzener Theater Tradition hat und jetzt in einer überarbeiteten Neuinszenierung gezeigt wird.

Erstmal nur Puppen auf der Bühne

Dass im Theatergarten erst einmal nur Puppentheater zu sehen sein wird, liegt daran, dass die Schauspieler sich auf den Theatersommer vorbereiten. "Da haben wir jetzt alle Hände voll zu tun, um dann ab dem 24. Juni auf der Ortenburg 'Sherlock Holmes und die Beatles-Bänder' zu spielen", erklärt Intendant Hillmann.

Weil dort auch alle sorbischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingebunden sind, ist aktuell auch keine Zeit, sorbische Stücke aufzuführen. Das Schauspielensemble versuche aber, demnächst noch ein sorbisches Jugendtheaterstück wieder aufzulegen. Im vergangenen Jahr war das Stück erfolgreich angelaufen, dann aber durch die Pandemie ausgebremst worden. "Wir prüfen, ob wir das gestemmt kriegen – personell und technisch", sagt Lutz Hillmann.

Zurückhaltung beim Kartenkauf

Mit dem Kartenverkauf für den Theatersommer zeigte sich Hillmann nur mäßig zufrieden. Das Theater Bautzen hat bislang rund 12.000 Karten ans Publikum gebracht. "Das ist schon ganz gut. Aber es reicht eigentlich nicht aus", stellt der Intendant fest. Das Theater hat für die Aufführungen auf der Ortenburg eine große Zuschauertribüne geordert und lässt jede zweite Reihe wegen der Abstandsvorgaben ausbauen. Dennoch können so 600 bis 700 Besucher pro Vorstellung dabei sein.

"Wir spüren eine gewisse Unsicherheit und Zurückhaltung, die hauptsächlich daraus resultiert, dass wir unsere Vorstellungen nur mit getestetem Publikum durchführen können", beobachtet Hillmann. Dabei hat das Theater selbst ein Testzentrum eingerichtet, in dem sich die Besucher vor den Aufführungen auf eine Infektion testen lassen können. Der Zeitaufwand für einen Test: drei Minuten, versichert Hillmann. Das Ergebnis gibt’s aufs Handy. "Das heißt, man kann sich im Theater testen lassen und geht zu Fuß in zehn Minuten auf die Ortenburg und hat dann dort hoffentlich sein negatives Testergebnis", erklärt der Bautzener Theaterintendant.

Quelle: MDR/vis/mk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalreport aus dem Studio Bautzen | 04. Juni 2021 | 16:30 Uhr

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