"Natur des Jahres 2020" Vom Schwarzblauen Ölkäfer bis zur Finger-Scharlachflechte

Nur "Tier des Jahres" war einmal - der Naturschutzbund Deutschland (NABU) sammelt inzwischen die "Jahreswesen" ein. Darunter sind so interessante wie wenig bekannte Exemplare aus der weiten Welt der Natur.

Turteltaube trinkend mit Spiegelung
Vogel des Jahres Sie ist das Symbol für Glück und Liebe, aber auch in ihrem Bestand bedroht: Seit 1980 sind fast 90 Prozent der Bestände der Turteltaube in Deutschland verloren gegangen, wie der NABU mitteilt. Ein Grund dafür ist wie beim Ölkäfer der Rückgang von geeigneten Lebensräumen wie Wald- und Feldränder. Ein anderer ihr Winterzug nach Afrika. Auf ihrem Weg dahin wird die Turteltaube massiv legal und illegal gejagt. Bundesumweltministerin Svenja Schulze will sich nun bei der EU für einen Jagdstopp einsetzen. Bildrechte: imago images / imagebroker
Schwarzblauer Ölkäfer
Käfer des Jahres Er sieht einigermaßen unscheinbar aus, hat es aber im wahrsten Sinne des Wortes in sich: der Schwarzblaue Ölkäfer, auch Schwarzer Maiwurm genannt. Sein Körpergift Cantharidin wirkt so toxisch, dass bereits ein einziger Käfer die tödliche Dosis für einen Erwachsenen enthält. Trotzdem wurde es bereits im alten Ägypten als Aphrodisiakum eingenommen. In Deutschland wird der Schwarzblaue Ölkäfer mittlerweile als gefährdet eingestuft, vor allem weil sein Lebensraum immer weiter schwindet. Bildrechte: imago images / Karina Hessland
Turteltaube trinkend mit Spiegelung
Vogel des Jahres Sie ist das Symbol für Glück und Liebe, aber auch in ihrem Bestand bedroht: Seit 1980 sind fast 90 Prozent der Bestände der Turteltaube in Deutschland verloren gegangen, wie der NABU mitteilt. Ein Grund dafür ist wie beim Ölkäfer der Rückgang von geeigneten Lebensräumen wie Wald- und Feldränder. Ein anderer ihr Winterzug nach Afrika. Auf ihrem Weg dahin wird die Turteltaube massiv legal und illegal gejagt. Bundesumweltministerin Svenja Schulze will sich nun bei der EU für einen Jagdstopp einsetzen. Bildrechte: imago images / imagebroker
Bienenschwarm hängt als Traube in einer blühenden Robinie.
Baum des Jahres Auch Pflanzen des Jahres werden seit längerem gewählt, darunter seit 1989 der Baum des Jahres. 2020 ist es die Gewöhnliche Robinie geworden, die gar nicht so gewöhnlich ist. Vor 300 Jahren aus Nordamerika gekommen, ist sie so unverwüstlich, dass sie auch die unwirtlichsten Räume besiedelt. Und auch für Bienen ist der auch als "Scheinakazie" bekannte Baum ideal, da seine cremeweißen Blüten viel Nektar geben. Bildrechte: imago images / Frank Sorge
scharlachflechte (cladonia coccifera)
Flechte des Jahres Im Laufe der Jahre sind eine Vielzahl an Kategorien dazu gekommen, seit 2004 wird auch die Flechte des Jahres ausgezeichnet - 2020 die Finger-Scharlachflechte. "Cladonia digitata" kommt auf der sauren Borke vor allem von Nadelbäumen wie Fichte, Kiefer und Tanne aber auch an Laubbäumen mit saurer Rinde wie Birke und Erle, wie die "Bryologisch-lichenologische Arbeitsgemeinschaft für Mitteleuropa" erklärt, die für die Wahl verantwortlich zeichnet. Bildrechte: imago/blickwinkel
Stinkmorchel
Sie sieht nicht nur so aus, auch ihr wissenschaftlicher Name "Phallus impudicus" ("unzüchtiger Penis") deutet darauf hin: die Gemeine Stinkmorchel ähnelt dem männlichen Geschlechtsorgan. Dazu stinkt der Pilz nach Aas - keine guten Voraussetzungen für große Beliebtheit. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie wählte ihn dennoch zum "Pilz des Jahres", u. a. weil die Fruchtkörper für Insekten Nahrung, Unterkunft und Jagdrevier bieten. Und im jugendlichen Stadium ist die Stinkmorchel sogar schmackhaft: Im als "Hexenei" bezeichneten Zustand kann man sie geschält wie Bratkartoffeln zubereiten. Bildrechte: imago images / Panthermedia
Blick über die Weiße Elster auf die Elstertalbrücke, Deutschland, Sachsen
Flusslandschaft des Jahres Die Flusslandschaft des Jahres 2020/21 ist eine in Mitteldeutschland wohlbekannte: die Weiße Elster. Der 257 Kilometer lange Fluss entspringt in Tschechien, fließt durch Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt, bevor er bei Halle in die Saale mündet. Laut den NaturFreunden Deutschlands, die den Titel vergeben, ist die Weiße Elster eines der am stärksten belasteten Fließgewässer in Mitteldeutschland und vom verbindlichen Ziel der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, bis spätestens zum Jahr 2027 einen "guten ökologischen Zustand" zu erreichen, weit entfernt. Darum sollen Umwelt- und Hochwasserschutz sowie sanfter Tourismus intensiviert werden - etwa mit sogenannten Natura Trails (Wanderwege durch Natur-Gebiete) in Plauen, Gera und Zeitz. Bildrechte: imago/blickwinkel
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