Kriminalität Polizeidirektion Görlitz: Belohnung für Hinweise zu zerstörten Wegkreuzen

Unbekannte haben im Oktober im Landkreis Bautzen vier Wegkreuze schwer beschädigt. Schändungen dieser Art gibt es seit Jahren immer wieder im Siedlungsgebiet der überwiegend katholischen Sorben. Der Staatsschutz ermittelt. Nun hat die Polizei eine Belohnung ausgeschrieben.

Abgeknicktes Kreuz
Die Täter stellten eines der Kruzifixe verkehrt herum auf. Bildrechte: Polizei Sachsen

Die Polizeidirektion Görlitz hat erneut die Bevölkerung um Mithilfe bei der Suche nach den Tätern aufgerufen, die im Oktober in der Gemeinde Wittichenau vier Kreuze schwer beschädigt haben. Für Hinweise, die zu den Tätern führen, hat sie nun eine Belohnung von 3000 Euro ausgesetzt. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Taten zusammenhängen.

Holzkreuz
Fast tausend solcher Kreuze gibt es im Siedlungsgebiet der katholischen Sorben in der Lausitz. Bildrechte: Polizei Sachsen

Täter gingen mit der Flex vor

Am Morgen des 22. Oktober wurden die Straftaten der Polizei gemeldet: Bei Saalau, einem Ortsteil von Wittichenau, rissen die Täter ein Kruzifix von einem Granitsockel herunter. In Wittichenau flexten sie ein Metallkreuz durch und warfen es um. Und zwischen Saalau und Sollschwitz entwendeten die Täter ein Kruzifix, von einem zweiten stahlen sie ein ovales Schild mit Inschrift. Der entstandene Schaden liegt nach Polizeiangaben bei rund 15.000 Euro.

Ein in den Graben geworfenes Metallkreuz
Eines der Kreuze wurde abgesägt und in der Nähe des Tatortes weggeworfen. Inzwischen ist es wieder aufgetaucht. Bildrechte: Polizei Sachsen

Staatsschutz ermittelt

Inzwischen sind demontierte und verschwundene Teile und Befestigungen der Wegkreuze in einem Feld aufgetaucht, das an die Tatorte angrenzt. Als einen "Angriff auf den christlichen Glauben" wertete der Leiter des Katholischen Büros Sachsen, Ordinariatsrat Diakon Daniel Frank, Ende Oktober die Taten. Der Staatsschutz der Kriminalpolizeiinspektion ermittelt. Dieser hat die Bekämpfung politisch motivierter Kriminalität zur Aufgabe.

Samt Steinsockel umgeworfenes Kreuz
Die Täter warfen ein Kreuz mitsamt Steinsockel um. Katholische Sorben hatten die Steinkreuze aufgestellt und gepflegt. Bildrechte: Polizei Sachsen

Seit Jahren Angriffe auf sorbische Kreuze

Schändungen dieser Art gibt es seit Jahren immer wieder im Siedlungsgebiet der sorbischen Minderheit in der Lausitz. Insgesamt stehen fast tausend Kreuze und andere religiösen Symbole an Straßen, in Dörfern oder an Feldrändern. Die meisten sind in Privatbesitz, werden von Familien auf deren Grund aufgestellt und gepflegt.

MDR (jwi)

Drei junge Menschen schauen in die Kamera. 34 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Lydia Jakobi und Sokrates 42 min
Bildrechte: MDR/Imago

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | KripoKripo live - Tätern auf der Spur | 03. Dezember 2022 | 19:50 Uhr

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