Abenteuer Eisenbahn Kuppelprobleme: Hoyerswerda - Leipzig nur mit Umsteigen

Wenn bei der Eisenbahn nicht zusammenpasst, was zusammengehört, dann muss der Fahrgast umsteigen. Derzeit trifft es Reisende zwischen Hoyerswerda und Leipzig. Dort lassen sich die Triebwagen des RE11 nicht mit denen des RE10 kuppeln. Deshalb bleibt nur das Umsteigen in Falkenberg.

Parallel fahren ein Siemens Mireo (r.) und ein modernisierter Doppelstockzug (l.) in den Bahnhof Cottbus ein.
Eigentlich sollten Mireo-Triebwagen (rechts im Bild) von Cottbus und von Hoyerswerda umsteigefreie Eilzugverbindungen nach Leipzig ermöglichen. Allerdings klappt die Zugtrennung und -vereinigung in Falkenberg nicht. Bildrechte: dpa

Umsteigefrei von Hoyerswerda nach Leipzig geht aktuell nur mit dem eigenen Auto. Wer den Zug nimmt, lernt den Bahnhof von Falkenberg an der Elster kennen. Dort muss der Zug gewechselt werden. Geplant ist das so allerdings nicht, wie die Deutsche Bahn bestätigt. Das im Dezember geänderte Fahrplankonzept sieht eigentlich vor, dass die Regionalexpress-Züge der Linien RE10 (Cottbus - Leipzig) und RE11 (Hoyerswerda - Leipzig) den Abschnitt Falkenberg - Leipzig gemeinsam fahren - also der Zugteil aus Cottbus mit dem Zugteil aus Hoyerwerda in Falkenberg zusammengekuppelt wird und Reisende in ihrem Zug sitzenbleiben können. Zum Einsatz sollen planmäßig neueste Mireo-Triebwagen aus dem Hause Siemens kommen.

Problembehebung klappt nicht im ersten Anlauf

Allerdings gibt es immer noch Probleme beim Kuppeln und Trennen der beiden Zugteile. Nachdem die Schwierigkeiten im Dezember aufgefallen waren, habe der "Fahrzeughersteller Siemens (...) im Zuge der Fehleranalyse bei allen Fahrzeugen Bauteile getauscht, so dass wir davon ausgehen konnten, dass das Problem behoben sei", erklärte ein für Berlin und Brandenburg zuständiger Sprecher der Deutschen Bahn und räumte ein: "Es sind jedoch erneut Probleme beim Kuppeln und Entkuppeln aufgetreten." Die Fehleranalyse durch Siemens und eine Werkstatt der Deutschen Bahn laufe. "Im Zusammenhang mit der Fehleranalyse und -behebung werden zum Teil Ersatzfahrzeuge eingesetzt." Das sind etwas ältere Talent-Triebwagen, die sich aber auch nicht mit den neuen Mireo-Zügen gemeinsam fahren lassen.

Bahnhof Falkenberg
Falkenberg ist ein bekannter Eisenbahnknoten. Üblicherweise wird zwischen Nord-Süd- und Ost-West-Verbindungen umgestiegen. Aktuell müssen aber auch Reisende zwischen zwei Ost-West-Linien umsteigen, weil sich moderne Triebwagen nicht kuppeln lassen. Bildrechte: IMAGO / Zoonar

Reiseauskunft weist auf notwendiges Umsteigen hin

Wer eine Reiseauskunft von Hoyerswerda nach Leipzig bei der Deutschen Bahn aufruft, erhält aktuell folgenden Hinweis: "Die Züge der RE11 enden in Falkenberg (Elster) im unteren Bahnhofsteil. Fahrgäste aus Ri. Hoyerswerda mit Fahrziel Richtung Leipzig Hbf steigen in Falkenberg in den Zug der RE10 nach Leipzig Hbf um. Dabei ist ein Wechsel vom unteren zum oberen Bahnhofsteil erforderlich. Grund: Fahrzeugstörungen." Weiterhin weist die Deutsche Bahn darauf hin, dass "im Streckenabschnitt Falkenberg (Elster) - Leipzig Hbf abweichend mit einem Triebwagen" gefahren werde.

Talent-Triebwagen der DB Regio bei Dresden
Statt nagelneuer Mireos sind ersatzweise Talent-Triebwagen im Einsatz. Bildrechte: MDR/L. Müller

Alternativ gibt es um eine Stunde versetzt jeweils noch eine Reisemöglichkeit mit einmaligem Umsteigen in Priestewitz oder zweimaligem Umsteigen in Ruhland und Priestewitz. Alle Fahrzeiten liegen bei etwa 2:17 bis 2:19 Stunden für die rund 146 Kilometer zwischen Hoyerswerda und Leipzig. Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember waren S-Bahnen aus dem mitteldeutschen S-Bahn-Netz umsteigefrei auf der Verbindung unterwegs.

Claus Weselsky, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivfuehrer, GDL. 6 min
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MDR AKTUELL Do 22.12.2022 13:17Uhr 06:11 min

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Moderne Triebwagen bundesweit im Einsatz

Die modernen Mireo-Elektrozüge sind seit einigen Jahren in verschiedenen Eisenbahn-Netzen in Deutschland unterwegs und werden von unterschiedlichen Betreibern im Regional- und S-Bahn-Verkehr eingesetzt. Siemens lobt seinen Zug, der auf "kompromisslose Flexibilität" setze. Flexibel müssen derzeit vor allem Bahnkunden sein.

Der Mireo setzt auf kompromisslose Flexibilität.

Siemens

Die Triebwagen der Mireo-Serie werden in einer Vielzahl von Sitzplatz-Kapazitäten - also Zuglängen - angeboten. Auch eine Version mit Wasserstoff-Antrieb ist in der Entwicklung.

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MDR (lam)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen | 24. Januar 2023 | 13:30 Uhr

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