Tierseuche Oberlausitz: Sperrzone wegen neuer Schweinepestfälle stark ausgeweitet

Wildschweine in einem Waldgebiet im Stadtbezirk Tegel in Berlin, 2016
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Im Landkreis Görlitz ist die Gefahrenzone zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest stark ausgeweitet worden. Wegen neuer Funde wurde die Fläche fast verdreifacht und umfasst jetzt knapp 1.000 Quadratkilometer. Die gefährdete Zone reicht von der polnischen Grenze aus bis zur A4 im Süden und bis nach Boxberg im Westen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Das Gebiet solle umgehend umzäunt werden, so Ministerin Petra Köpping.

An das gefährdete Gebiet schließt sich eine 800 Quadratkilometer große Pufferzone an. Sie reicht jetzt bis in den Landkreis Bautzen hinein und umfasst unter anderem einige Ortsteile der Gemeinden Radibor und Lohsa. Innerhalb der beiden Zonen gelten wie bisher bestimmte Auflagen und Verbote. So dürfen in der gefährdeten Zone unter anderem keine Wildschweine gejagt werden, für Hunde gilt Leinenzwang. Die Nutzung von land- und forstwirtschaftlichen Flächen bleibe aber grundsätzlich erlaubt, so das Gesundheitsministerium.

Grafik - Schweinepest Gefahrenzonen - Gefahrenzone nebst Pufferzone in Ostsachsen
Am 12. März hat das sächsische Sozialministerium die Gefahrenzonen zur Abwehr der Afrikanischen Schweinepest erweitert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zahl der bestätigten Fälle erhöht sich auf 61

Grund für die Ausweitung der Gefahrenzonen sind mehrere neue bestätigte Fälle der Afrikanischen Schweinepest. Ihre Zahl hat sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums auf 61 erhöht. Dabei ist dem Landkreis Görlitz zufolge auch ein infiziertes Wildschwein westlich der B115 gefunden worden. Das Gebiet zählte zu diesem Zeitpunkt noch nicht zur Sperrzone.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine ansteckende Erkrankung bei Schweinen, die fast immer tödlich verläuft. Sie kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände wie Kleidung, in der Natur entsorgte Lebensmittel sowie Futter in andere Gebiete übertragen werden. Für Menschen ist die Seuche ungefährlich.

Quelle: MDR/vis

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 12.03.2021 | ab 12:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

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