Veterinärüberwachung Fast 300 Fälle der Afrikanischen Schweinepest in Sachsen

Die Afrikanische Schweinepest ist auch in Sachsen weiter auf dem Vormarsch. Aktuell gibt es laut Landesuntersuchungsanstalt fast 300 Nachweise bei Wildschweinen. Schweinemäster in Ostsachsen sind in Sorge.

Ein Wildschwein im Wald
Mit Wildschweinen ist die Afrikanische Schweinepest nach Sachsen gekommen. Bildrechte: Colourbox.de

Die Zahl der mit Afrikanischen Schweinepest (ASP) infizierten Wildschweine steigt in Sachsen weiter deutlich an. Mit Stand vom 13. Juli sind laut Sächsischem Sozialministerium 299 bestätigte Fälle gemeldet worden. Um die für Wild – und Hausschweine tödliche Seuche einzudämmen, werden bei der Suche nach Kadavern speziell ausgebildete Hunde und Drohnen eingesetzt. Im vergangenen Jahr war die Afrikanische Schweinepest in Sachsen bei 17 Wildschweinen nachgewiesen worden.

Bauern kritisieren Behörden

Landwirte kritisierten unlängst, dass die Behörden zu spät reagiert hätten. Sie haben zur Selbsthilfe gegriffen und ihre Ställe, in denen die Schweine gehalten werden, gesichert. Insbesondere in der Massentierhaltung, in denen Mast und Schlachtung durchgetaktet sind, steigt die Sorge vor den Folgen der Afrikanischen Schweinepest. Selbst ohne infizierte Hausschweine spüren die Bauern nach eigenen Angaben den Preisverfall, da die Agrarindustrie globalisiert ist und beispielsweise China den Import deutschen Schweinefleischs gestoppt hat.

Hausschweine gehalten in einem koventionellen Schweinemastbetrieb.
Schweinemäster sind in Sorge: Sie spüren bereits den Preisverfall, weil der Fleischexport eingebrochen ist. Dabei ist noch gar kein Hausschwein infiziert. (Symbolbild) Bildrechte: imago/Marius Schwarz

LUA verweist auf frühzeitiges Handeln

Die Landesuntersuchungsanstalt Sachsen widerspricht den Bauern in ihrem Jahresbericht und verweist auf frühzeitiges Handeln bereits 2019, als Westpolen nahe der Grenze zu Sachsen erste Fälle der Afrikanischen Schweinepest bekannt wurden. "Bereits im Frühjahr 2020 wurden in Sachsen weitere Maßnahmen gegen einen ASP-Eintrag getroffen. Entlang der Neiße wurde an der gesamten sächsisch-polnischen Grenze eine mobile Wildschweinbarriere aufgebaut." Weiterhin wurden die Jäger in den Landkreisen Görlitz und Bautzen verpflichtet, jedes gesunde geschossene Wildschwein auf ASP untersuchen zu lassen.

In ganz Sachsen sei die Suche, Bergung und Entsorgung von Fall- und Unfallwild sowie krank erlegter Wildschweine (FUK-Tiere) personell durch die regionale Lebensmittel- und Veterinärüberwachung unterstützt und finanziell vom Freistaat gefördert worden, hieß es weiter.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 12. Juli 2021 | 15:00 Uhr

1 Kommentar

ElBuffo vor 10 Wochen

Nun warte ich bloß noch auf die Statistikexperten, die hier eine Korrelation zur Impfquote oder gleich den Wahlergebnissen erkennen und blitzgescheit auf eine Kausalität schließen.

Mehr aus Görlitz, Weisswasser und Zittau

Mehr aus Sachsen