Katholischer Preis Bischofskonferenz ehrt Initiative "Ostritzer Friedensfest"

Sie kauften den Neonazis einfach das Bier weg und kamen damit überregional in die Schlagzeilen. Dann trauten sich immer mehr Menschen und engagierten sich gegen Rechtsextremismus. Das war die Geburtstunde des Ostritzer Friedensfestes. Jetzt ehrt die Bischofskonferenz die Initiative für ihr Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus.

Drittes Friedensfest Ostritz
Ein ausgezeichnetes Fest ist das Ostritzer Friedensfest. Wegen des Engagements gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus wurde es jetzt von der Deutschen Bischofskonferenz mit einem Preis bedacht - dotiert mit 5.000 Euro. Bildrechte: MDR/Rica Sturm

Die Deutsche Bischofskonferenz hat am Dienstag ihren vierten Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus verliehen. Der mit 5.000 Euro dotierte erste Preis wurde der Initiative "Ostritzer Friedensfest" aus Sachsen zugesprochen. "Sie zeigen, dass es möglich ist, sich den Bedrohungen des Rassismus mit klarer Haltung und Kreativität - ja sogar mit Heiterkeit - entgegenzustellen und viele zu begeistern", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, bei der Online-Preisverleihung. "Sie verbinden Menschen gerade auch dort, wo zunächst vielleicht nur Trennendes gesehen wurde."

Preis ist mit 5.000 Euro dotiert

Die Initiative habe seit 2018 sieben Friedensfeste in der sächsischen Stadt an der Neiße (Landkreis Görlitz) organisiert und somit auf kreative und humorvolle Weise Aufklärung, Demonstration und Begegnung miteinander verbunden, hieß es zur Begründung. Der Preis der Deutschen Bischofskonferenz ist mit 5.000 Euro dotiert.

Warnung vor Rassismus

Bei der digitalen Verleihung warnte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Georg Bätzing, vor jeder Form von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Der Kampf gegen Hass und Vorurteile braucht einen langen Atem. Vor fast zehn Jahren erschütterte die Aufdeckung der rassistischen Mordserie des sogenannten 'Nationalsozialistischen Untergrunds' (NSU) unsere Gesellschaft. Seitdem gab es viele weitere Opfer menschenfeindlicher Gewalt zu beklagen, ob in Halle oder Hanau. Die Namen der Opfer sind uns Mahnung und Verpflichtung, gegen jede Form des Rassismus aufzustehen.

Georg Bätzing Vorsitzender der Bischofskonferenz

Den zweiten Platz teilten sich ein Musikprojekt der Katholischen Gefängnisseelsorge in Hünfeld und Fulda sowie das Projekt "Verlorene Orte" des Malteser Integrationsdienstes aus Wuppertal. Beide Initiativen erhielten jeweils 2.500 Euro für ihr Engagement.

Preis wird seit 2015 verliehen

Der Preis wird seit 2015 alle zwei Jahre von der Deutschen Bischofskonferenz verliehen. Er zeichnet Menschen und Gruppen aus, "die sich in Deutschland aus dem katholischen Glauben heraus im Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus" und "für ein respektvolles Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft engagieren".

Quelle: MDR/epd/kt

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 08. Juni 2021 | 18:00 Uhr

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