Wirtschaft Hoffen und Bangen bei Oberlausitzer Schienenfahrzeugherstellern

Die Schienenfahrzeugbauer in der Oberlausitz haben ein schwieriges Jahr hinter sich. Auch beim Waggonbau in Niesky sah es nicht anders aus. Jetzt hat das Unternehmen eine Bilanz gezogen.

Waggonbau Niesky
Die ELH Waggonbau Niesky GmbH kann auf eine langjährige Firmengeschichte zurückblicken, davon mehr als 100 Jahre im Schienenfahrzeugbau. Bildrechte: WBN Waggonbau Niesky GmbH

Größer könnten die Kontraste nicht sein: Während im Waggonbau Niesky keine Entlassungen geplant sind, sollen im wenige Kilometer entfernten Alstom-Werk in Görlitz massiv Jobs abgebaut werden. Das französische Unternehmen hatte angekündigt, 400 Stellen zu streichen. Im Bautzener Werk sollen 150 Arbeitsplätze wegfallen. Zur Begründung hieß es vom Mutterkonzern, die Auftragslage sei schlecht und würde sich auch nicht so schnell ändern.

Neue Stellen, aber nicht in der Oberlausitz

Der Hersteller wies darauf hin, dass in neuen Arbeitsbereichen wie Software und Digitalisierung sowie bei Ingenieur- und weiteren Dienstleistungen auch bis zu 700 neue Stellen entstehen sollen - etwa in Braunschweig, Berlin und Mannheim.

Diese Maßnahmen kurz vor Weihnachten zu verkünden, zeugt von einem hohen Grad an Respektlosigkeit gegenüber den Kolleginnen und Kollegen und wirft die Frage nach dem tatsächlichen Wert der selbst definierten Unternehmensethik auf.

Renè Straube Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Alstom

Von Konzernseite hieß es dazu: Man komme nicht um Einsparungen in der klassischen Produktion herum, die neben Salzgitter, Görlitz und Bautzen auch Hennigsdorf bei Berlin, Mannheim und Siegen beträfen. Ziel sei es, wettbewerbsfähiger zu werden. Vor einem Jahr hatte Alstom die Waggonbauwerke von Bombardier übernommen.

Hoffen auf bessere Zeiten

Ein ganz anders Bild zeigt sich im Waggonbau in Niesky. Auch dort hatte die Firma wie viele andere Unternehmen mit gestiegenen Materialkosten und einer schwierigen Auftragslage zu kämpfen. 2021 werde man deshalb mit Verlusten abschließen, so das Unternehmen. Trotzdem sei noch keiner der 380 Beschäftigten entlassen oder in Kurzarbeit geschickt worden. Man hoffe auf mehr Aufträge im kommenden Jahr.

Quelle: MDR (jc)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | 27. Dezember 2021 | 08:30 Uhr

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