Illegale Migration Bundespolizei übt mit polnischen Kollegen Kampf gegen Schleuser

An der deutsch-polnischen Grenze werden immer mehr illegale Flüchtlinge aufgegriffen. Diese stammen vor allem aus dem Irak und Syrien. Über Belarus gelangen sie mit Hilfe von Schleusern in die Europäische Union. Um auf die Situation vorbereitet zu sein, hat die Bundespolizei jetzt gemeinsam mit ihren polnischen Kollegen die Suche nach Schleusern geprobt.

Ein blaues Polizeiauto mit einem deutsch-polnischen Schriftzug
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

An der deutsch-polnischen Grenze haben am Freitag Bundespolizisten mit ihren Kollegen aus dem Nachbarland die Kontrolle von Fahrzeugen trainiert. Hintergrund ist die steigende Anzahl von illegalen Flüchtlingen entlang der Neiße. Die Übung war bereits das dritte gemeinsame Training von deutschen und polnischen Einsatzkräften.

Fahzeugkontrolle als Übungsszenario

Geübt wurden unter anderem Situationen wie diese: Bei einer Fahrzeugkontrolle hat eine Frau plötzlich gesundheitliche Probleme. Der Fahrer und ein weiterer Verdächtiger nutzen die Situation zur Flucht. So oder so ähnlich laufen nach Angaben der Bundespolizei derzeit auch Schleusungen von Ausländern im Grenzgebiet zu Polen ab.

Ich muss erstmal für die Situation feststellen, ist es ein Ablenkungsmanöver, um einen Angriff vorzubereiten oder ist es tatsächlich eine hilftlose Lage.

Frank Lehmann Trainer bei der Bundespolizei

Wäre, so wie bei der Übung, ein Angriff gestartet worden, dann hätte erstmal die Abwehr Vorrang gehabt. Es nütze der hilflosen Person ja nichts, wenn er selber am Boden liege. "Dann kan ich auch nicht helfen", sagte der Bundespolizei-Trainer Frank Lehmann.

Spürbarer Anstieg der Flüchtlingszahlen an Grenze zu Polen

Die Zahl der illegalen Flüchtlinge entlang der Neiße ist in den vergangenen Wochen spürbar gestiegen. Wie die Bundespolizei mitteilte, haben ihre Beamten seit dem 6. August 159 illegale Migranten aufgegriffen, überwiegend aus dem Irak und aus Syrien. Offensichtlich sind dies meist Familien, zum Teil mit Kindern, die über Belarus in die Europäische Union geschleust werden.

Es ist in den meisten Fälle so, dass die Migranten sich mit dem Flugzeug nach Minsk begeben, dann werden die Personen entweder an die weißrussische Grenze gebracht oder gelangen mit eigenen Kräften dort hin.

Michael Engler Bundespolizeidirektion Ludwigsdorf

Anschließend erfolge die Schleusung durch Polen und zum Schluss die Passage nach Deutschland, erklärte Michael Engler von der Bundespolizeidirektion Ludwigsdorf. Dahinter stecke nach Einschätzung der Bundespolizei der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko. Dieser benutze die Migranten, um Druck auf die EU auszuüben, als Reaktion auf die verhängten Sanktionen.

Die polnische Ostgrenze wird deshalb derzeit besonders abgesichert. Dennoch kommen weiterhin viele illegale Einwanderer an der Neiße an. Noch während der gemeinsamen Übung der Grenzschützer meldete eine Streife der Bundespolizei, dass neun Iraker an der A4-Auffahrt bei Görlitz aufgegriffen worden sind.

Quelle: MDR/sth/lg

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 10. September 2021 | 19:00 Uhr

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