Wegen steigender Corona-Infektion Erste Oberlausitzer Krankenhäuser verhängen Besucherstopp

Die Krankenhäuser in der Oberlausitz verzeichnen seit Anfang der Woche wieder stark steigende Zahlen von Covid-19-Patienten. Die Isolier- und Intensivstationen füllen sich. Die Situation weckt Erinnerungen an den vergangenen Herbst.

Außenansicht des Klinikum Oberlausitzer Bergland gGmbH im sächsischen Zittau
Das Klinikum Oberlausitzer Bergland in Zittau: Hier gilt ab Freitag wieder ein Besucherstopp. Bildrechte: dpa

Wie ernst die Situation ist, macht die Ankündigung des Gesundheitszentrums des Landkreises Görlitz deutlich. Es betreibt die Krankenhäuser in Zittau, Ebersbach-Neugersdorf und Weißwasser. Ab Freitag gilt dort wieder ein Besucherstopp. Das heißt, dass Patientinnen und Patienten nur in Ausnahmefällen besucht werden dürfen. Dazu gehört die Begleitung von Sterbenden und Schwerstkranken oder der Besuch von Kindern und Jugendlichen durch ihre Eltern. Die Begleitung von Schwangeren bei der Entbindung bleibe aber weiterhin möglich, heißt es in einer Mitteilung der Krankenhäuser.

Klinikum Görlitz: Zahlen verdoppelt

Die anderen Oberlausitzer Kliniken setzen trotz steigender Patientenzahlen weiter auf die 3-G-Regel und die Beschränkung der Besucherzahl. Aber die jeweiligen Isolierstationen für Covid-19-Patienten werden derzeit wieder eingerichtet bzw. erweitert. Aktuell sind fast 100 an Corona erkrankte Patienten in den Landkreisen Bautzen und Görlitz in stationärer Behandlung, einige davon auf der Intensivstation. Allein im Städtischen Klinikum in Görlitz hat sich die Zahl der Corona-Patientinnen und Patienten innerhalb einer Woche verdoppelt. Für den medizinischen Direktor des Städtischen Klinikums in Görlitz, Eric Hempel, eine ernstzunehmende Situation.

Wir erinnern uns sehr genau daran, wie diese Dynamik exakt vor einem Jahr am Ende der Schulferien Fahrt aufgenommen hat.

Dr. Eric Hempel Städtisches Klinikum Görlitz

Erinnerungen an Herbst 2020

Auch der Chef der Oberlausitz-Kliniken in Bautzen, Reiner Rogowski, meint, dass die jetzige Situation mit der im vergangenen Herbst vergleichbar sei. Hinzu komme eine zunehmende Überlastung und Müdigkeit beim Personal. Viele seien angesichts des hohen Anteils an ungeimpften Patientinnen und Patienten auf der Corona-Station im Krankenhaus frustriert: "Sie meinen, wenn diese geimpft gewesen wären, dann wären diese Patienten jetzt nicht im Krankenhaus." Laut Reiner Rogowski sind 85 bis 95 Prozent der stationär aufgenommenen Covid-19-Patienten nicht gegen das Coronavirus geimpft.

Empfehlung: Tests auch für Geimpfte und Genesene

Damit Besucherinnen und Besucher das Coronavirus nicht unbeabsichtigt in die Krankenhäuser einschleppen, empfiehlt Eric Hempel vom Städtischen Klinikum in Görlitz auch Geimpften und Genesenen, sich vor einem Besuch freiwillig zu testen. Denn auch sie könnten an Corona erkranken und das Virus weitertragen.

Der Glaube, dass eine Impfung komplett vor Erkrankung schützt, ist nicht richtig, der war auch nie geäußert worden.

Dr. Eric Hempel Städtisches Klinikum Görlitz

Allerdings sei die Gefahr, dass man schwer krank werde oder an einer Covid-Erkrankung sterbe, um ein Vielfaches größer, wenn man nicht geimpft sei. Hempel geht davon aus, dass auch das Städtische Klinikum in Görlitz einen Besucherstopp verhängen könnte, wenn die Zahl der Corona-Patientinnen und Patienten weiter deutlich steigt.

Quelle: MDR/vis

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalreport aus dem Studio Bautzen | 27. Oktober 2021 | 16:30 Uhr

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