Corona-Pandemie Protest am Privatgrundstück: Kretschmer diskutiert über Corona-Einschränkungen

Waltersdorf Großschönau
Bildrechte: MDR/Toni Lehder

Am Sonntagvormittag hat sich eine Personengruppe vor einem Privatgrundstück des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer in Großschönau versammelt. Wie die Polizei mitteilte, trafen sich die rund 30 Teilnehmer offenbar, um ihre Meinung zu den aktuellen Corona-Regeln gegenüber Kretschmer auszudrücken. Dieser befand sich in seinem Garten und trat mit den Anwesenden ins Gespräch. Die Konversation verlief friedlich und ohne besondere Vorkommnisse. Nach einer Viertelstunde endete die Debatte und alle Personen verließen den Ort.

"Es war für mich keine bedrohliche Situation. Es ist mir wichtig mit den Menschen zu reden, in der Hoffnung, sie zu überzeugen", sagte Kretschmer der Deutschen Presse-Agentur. Als jedoch eine Frau demonstrativ ein Halstuch in den Farben der Reichskriegsflagge über ihren Mund zog, sei für ihn eine Grenze erreicht gewesen. "Dann habe ich das Gespräch abgebrochen. Das ging zu weit", sagte der 45-Jährige. Betroffen habe ihn bei dem Gespräch gemacht, dass die protestierenden Menschen vor seinem Haus, einen "derartigen Unwillen zeigen, Realitäten zur Kenntnis zu nehmen."

Vielzahl ohne Mund-Nasen-Schutz

Nach bisherigen Erkenntnissen kam es zu keinen strafbaren oder ordnungswidrigen Handlungen gegenüber dem Ministerpräsidenten, so die Polizei. Eine Vielzahl der versammelten Bürgerinnen und Bürger trug jedoch keinen Mund-Nasen-Schutz und hielt nur teilweise die erforderlichen Abstände ein. Die Beamten stellten die Identitäten der noch anwesenden 45- bis 50-jährigen Deutschen fest. Außerdem fertigten die Polizisten eine Anzeige wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz.

Quelle: MDR/al/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.01.2021 | 19:00 Uhr in den Nachrichten

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