Corona-Strategie Görlitzer Landrat verlangt Gleichbehandlung wie im Vogtland

Mitarbeiterinnen eines mobilen Impfteams bereiten im Dorf-Vereinshaus Seidewitz hinter der Theke die Impfdosen für die Corona-Schutzimpfung auf.
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Der Görlitzer Landrat Bernd Lange verlangt Impfungen für alle Erwachsenen auch im Landkreis Görlitz. "Mit Verwunderung" habe er die Ankündigung der Freistaates "zur Kenntnis genommen", dass sich in Kürze alle Erwachsenen ab 18 Jahren im Vogtlandkreis gegen Corona impfen lassen könnten. Die Landesregierung begründet diesen Schritt mit steigenden Infektionszahlen und der Grenznähe zum Hochrisikoland Tschechien.

Im Sinne der Gleichbehandlung fordere ich die sofortige Freigabe der Impfungen für alle Erwachsenen auch im Landkreis Görlitz.

Bernd Lange Landrat Görlitz (CDU)
Der Landrat des Landkreises Görlitz Bernd Lange
Landrat Bernd Lange will, dass Sachsen auch für den Landkreis Görlitz die Impfprioritäten ändert. Bildrechte: Landkreis Görlitz

Auch im Landkreis Görlitz seien zuletzt die Infektionszahlen deutlich gestiegen. "Mit der längsten nationalen Außengrenze in der Bundesrepublik Deutschland sind auch wir einem erhöhten Risiko durch Eintragung des Virus ausgesetzt. Allein aber die Altersstruktur sollte Grund genug für vorrangige Impfungen im Landkreis Görlitz sein", betonte Lange.

Laut RKI betrug die Sieben-Tagesinzidenz je 100.000 Einwohner (Stand: 11. März) im Landkreis Görlitz 89. Im Vogtlandkreis liegt sie jedoch bei 227.

Modellregion Vogtland

Bei einem Online-Diskussionsformat namens Vogtlandkonferenz mit Ministerpräsident Michael Kretschmer nannte Kretschmer das Vogtland eine "Modellregion". In dieser könnte die Strategie zur Corona-Eindämmung eine Leuchtturmfunktion für Sachsen bekommen.

Im Hotspot Vogtland finden derzeit täglich 4.000 bis 5.000 Schnelltests statt. Innerhalb einer Woche wurden 40.000 Schnelltests ausgewertet. Demnächst sollen sich Impfwillige auch beim Hausarzt impfen lassen können. Die Details dazu will Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) Anfang nächster Woche vorstellen.

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen
Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte, dass alles Handeln im Kampf gegen das Virus im Vogtland dazu diene, Kitas und Schulen schnell wieder öffnen zu können. Bildrechte: dpa

Laut Köpping besteht die Strategie fürs Vogtland aus zwei Schritten: Erstens vielen kostenlosen Schnelltests und zweitens zügigen Impfungen für alle ab 18 Jahren. "Wir haben uns dafür entschieden, im Vogtland einen besonderen Weg zu gehen, um der Region zu helfen. Die Kinder gehen dort seit Monaten nicht mehr in Kindergärten und Schulen", nannte sie im Online-Format am Donnerstagabend Argumente gegen aufkommende Neiddebatten. Noch gebe es aber nicht genug Impfstoff für diese Impfstrategie. Zudem betonte Köpping, dass keiner sächsischen Region "Impfstoff weggenommen wird". Es werde auch kein Impfstoff aus anderen Impfzentren abgezogen.

Schwankende Infektionszahlen in Landkreisen

Köpping sagte, sie habe die steigenden Infektionszahlen in Sachsen im Blick. "Wir müssen wachsam bleiben in Sachsen. Die Inzidenz-Werte schwanken und wir haben vier Landkreise mit einer Inzidenz tageweise über 100".

KV Sachsen: Impfen in den Grenzregionen

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung, Klaus Heckemann, sagte, Sachsens Hausärzte stünden fürs Impfen bereit. In der Diskussionsrunde verwies er auf die niedergelassene Ärzteschaft in der Grenzregion Sachsens. "Dort kann das Impfen ganz schnell hochgefahren werden, wenn die Impfstoffe an die Hausärzte entlang der Grenze gehen - so schnell es irgend geht", meinte Heckemann.

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 11.03.2021 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Bautzen

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