Krankenhäuser an der Belastungsgrenze Landkreis Görlitz bereitet Verlegung von Corona-Intensivpatienten vor

Wegen voller Intensivstationen will der Landkreis Görlitz mit der Verlegung von Intensiv-Corona-Patienten beginnen. In Sachsen sollen 14 Patienten aus Sachsen in Krankenhäuser in West- und Norddeutschland verlegt werden.

Ein Intensivtransportwagen der Dresdner Feuerwehr fährt auf einer Straße entlang.
Die Intensivtransportwagen der Dresdner Feuerwehr werden für die Verlegung von Corona-Patienten genutzt. Die vierte Corona-Welle bringt zahlreiche Krankenhäuser in Sachsen an ihre Grenzen. Bildrechte: dpa

Angesichts voller Intensivstationen will der Landkreis Görlitz mit der Verlegung von Intensiv-Corona-Patienten in andere Regionen beginnen. "Auf unseren Corona-Intensivstationen liegen derzeit 30 Infizierte. Wir können nicht mehr anders, um die notwendige Grundversorgung und Notfälle noch abfangen zu können", sagte Landrat Bernd Lange (CDU) am Donnerstag in Görlitz. Mit der Verlegung werde schnellstmöglich begonnen.

Krankenhäuser aus West- und Norddeutschland nehmen Patienten aus Sachsen auf

Insgesamt 14 Corona-Patienten aus Sachsen sollen in andere Bundesländer verlegt werden. Darüber informierte der zuständige Arbeitskreis der Innenministerkonferenz am Donnerstag. Zudem werden weitere 30 Patienten aus Bayern sowie zehn Patienten aus Thüringen in Krankenhäuser in Nord- und Westdeutschland transportiert. Die Verlegung der Patienten waren vorher nach dem sogenannten Kleeblatt-Konzept geprüft worden. Den Informationen zufolge, erklärten sich Krankenhäuser in Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland bereit, Patienten aufzunehmen.

Für die kommenden Wochen seien dann weitere 20 Verlegungen pro Woche vorgesehen. Köpping erklärte, es gebe auch Angebote aus dem Ausland, Corona-Patienten aufzunehmen, unter anderem aus Italien und Portugal. Diese Entscheidung liege aber beim Bund. Für einen möglichen Hilfseinsatz stellt die Bundeswehr zwei Flugzeuge mit insgesamt acht Intensivplätzen bereit.

Vermehrt junge Patienten ab 31 Jahren auf Intensivstationen

Die zugespitzte Lage auf den Corona-Intensivstationen kommt auch durch vermehrt jüngere Patienten. Nach Angaben des Landkreises liegt die Altersspanne der dort Behandelten zwischen 31 und 90 Jahren. "Die jungen Leute bleiben länger. Wir möchten nochmals an alle appellieren, Abstand zu halten, um die medizinische Infrastruktur zu schonen. Wir stehen mit dem Rücken zur Wand", sagte Sozialdezernentin Martina Weber. Für die Absicherung der Pflege in den Krankenhäusern sei man zudem im Gespräch mit den medizinischen Fachschulen, ob Auszubildende aus dem zweiten und dritten Lehrjahr die Krankenhäuser bei der Pflege unterstützen könnten.

Bundeswehr stellt über 2.000 Soldaten

Hilfe bringt auch die Bundeswehr. "Deutschlandweit sind über 2.000 Soldatinnen und Soldaten aktuell im Einsatz gegen die Corona-Pandemie, 340 davon in Sachsen", sagte Oberstleutnant Eric Gusenburger. Derzeit würden 25 bereitgestellte Kräfte Kontakte im Landkreis Görlitz erfassen und nochmals 42 Bundeswehrangehörige als helfende Hände in sechs Kliniken arbeiten. Sanitätspersonal der Bundeswehr sei noch nicht im Einsatz, es liefen aber zu dieser Frage aus dem Landkreis Görlitz Prüfungen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag laut Robert Koch-Institut in dem Kreis am Donnerstag bei gut 735.  

Quelle: MDR/dpa/kt

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Sachsenspiegel | 25. November 2021 | 19:00 Uhr

Mehr aus Görlitz, Weisswasser und Zittau

Mehr aus Sachsen