Schnelltest Pendler stehen Schlange für Schnelltest in Görlitz

Grenzpendler müssen sich von Montag an einmal pro Woche regelmäßig auf Corona testen lassen. Nach Angaben des Sozialministeriums ist dafür ein Antigen-Schnelltest ausreichend. Für Pendler gibt es in der Lausitz mehrere Orte, an denen Tests durchgeführt werden. Neben dem großen Testcenter in Kodersdorf bieten auch Apotheken oder Hausärzte solche Tests an. Ein Görlitzer Arzt wird derzeit überrannt.

Menschen stehen in einer Schlange vor einem Wohnhaus
Bildrechte: MDR /Jens Czerwinka

Vor der Praxis von Hausarzt Vratislav Prejzek in Görlitz Königshufen herrscht am Samstagvormittag reges Treiben. Seit wenigen Minuten ist das überschaubare Testcenter geöffnet. Am Eingang stehen mehr als 30 Menschen und warten auf Einlass. Unter ihnen viele Polen. Minütlich werden es mehr.

Meine Helfer kommen aus Polen, Tschechien und Deutschland.

Vratislav Prejzek Allgemeinmediziner

Prejzek hat sich entschieden, die Teststrecke nicht in der Praxis, sondern im Außenbereich aufzubauen. Kein Problem, der leichte Schneefall scheint hier niemanden zu stören.

Ohne vorherige Anmeldung zum Test

Unter den Wartenden ist auch Marco aus der Oberlausitz. Er ist gemeinsam mit seiner Frau angereist und lässt sich zum ersten Mal überhaupt testen. Beide wohnen in Tschechien, seine Frau kommt aus dem Nachbarland. Allerdings arbeitet Marco in Bautzen und pendelt fast täglich. Nach einer kurzen Wartezeit ist er dran. Ein Mitarbeiter bittet ihn und seine Frau höflich, Namen und Arbeitgeber anzugeben. Dann gehen beide ein paar Meter weiter und müssen ihre Daten noch einmal selbst auf einem Zettel eintragen. Mit diesem Blatt in der Hand geht's zum eigentlichen Test.

Ein Arzt in seiner Praxis
Ein Schnelltest kostet bei Prejzek 15 Euro. Bildrechte: MDR /Jens Czerwinka

Aufgeregt sei er nicht, so Marco. Dann ist es soweit. Eine Helferin befreit das weiße Wattestäbchen aus der Verpackung. Auch der Teststreifen wird vor seinen Augen geöffnet. Ein kurzes Durchatmen und die Helferin versenkt das Stäbchen in Sekundenschnelle im linken Nasenloch. So schnell wie es drin war, ist es auch wieder draußen. Sofort trägt die Helferin das Sekret auf den kleinen weißen Teststreifen auf. Dieser wird von einer anderen Mitarbeitern abgeholt und landet in der Praxis. Jetzt heißt es: Warten und Daumen drücken.

Körbe voll mit Schnellteststs
250 Schnelltests pro Stunde sind in der Praxis von Vratislav Prejzek in Görlitz durchführbar. Bildrechte: MDR /Jens Czerwinka

Nach 15 Minuten Wartezeit und einer Zigarette wird Marcos Name aufgerufen. Ein kurzer Abgleich der Daten und er bekommt das Ergebnis mitgeteilt. Er und seine Frau sind negativ getestet worden. Bezahlen muss er noch für seinen Test. 15 Euro verlangt Prejzeks Praxis dafür. Die bekommt Marco von seinem Arbeitgeber erstattet, sagt er. In einer Woche wird er wieder nach Görlitz kommen, um sich testen zulassen. So verlangt es die aktuelle Sächsische Corona-Schutzverordnung.

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.01.2020 | 14:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

5 Kommentare

Biggi vor 15 Wochen

Dem Kommentar von bigspatzi kann ich nur zustimmen. Unfassbar, was dort für Menschenansammlungen zu sehen waren. Eine Virusausbreitung vorprogrammiert, vermutlich auch eine Gefährdung für die festen Patienten in dieser Praxis.

bigspatzi vor 16 Wochen

ich hatte die Möglichkeit den Ablauf der Tests zu verfolgen. Großer Auflauf von Personen mehrere Personen ohne Abstand an den Testtischen das Personal ohne Schutzkleidung und Teilweise ohne Maske Man kann doch die Einhaltung der Vorschriften erwarten so ist eine Verbreitung von Corona nur eine Frage der Zeit

Gerald vor 16 Wochen

Kann man die Schnelltest nicht anders organisieren? Die Ansteckungsgefahr scheint mir bei Schlange stehen sehr hoch zu sein! Ist ja nie auszuschließen, daß einer doch das Virus hat!

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