Urlaub zu Hause Auf Entdeckertour mit Hundertfüßern und Süßwasserrochen im Senckenberg Museum Görlitz

Wandern, radeln, campen, schwimmen, klettern - was Freizeitaktivitäten betrifft, da hat Sachsen einiges zu bieten. Deshalb wollen wir Ihnen während der Sommerferien ein paar Freizeit- und Ausflugstipps vorstellen - jeden Tag mit einer Reportage von einem anderen Ort. Urlaub zu Hause im Selbsttest. Heute: Besuch im Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz

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Die Wurzeln des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz gehen auf das Jahr 1811 zurück, als sich die „Ornithologische Gesellschaft zu Görlitz“ gründete. Bildrechte: MDR Jens Czerwinka

Kinder, wie die Zeit vergeht. Mein letzter Besuch im Görlitzer Naturkundemuseum, so hieß es damals noch, liegt weit zurück. Im Frühjahr 1984 ging es vom nicht weit entfernten Ostritz aus auf Klassenfahrt. Da standen wir von der 5 a der Geschwister Scholl-Oberschule nun vor dem großen Eingangstor und sollten nach dem Willen unserer Lehrerin etwas über die Tiere und Pflanzen aus der Heimat lernen. Bereits damals war ich von dem, was wir dort entdeckt und vermittelt bekommen haben, beeindruckt. Mittlerweile ist das Gebäude von außen saniert und von innen aufgemöbelt worden. Schon im Foyer fragt sich der Besucher: Wird die Zeit reichen, um alles zu erkunden?

Eintauchen in die Vergangenheit

Mein Weg führt mich über einige wenige Steintreppen in die erste Etage. Hier werden die geologischen Regionen der Oberlausitz vorgestellt. Der Fußboden ist als geologische Karte gestaltet und leitet durch die Ausstellung. Beim Betrachten der vielen Exponate bemerke ich plötzlich, wie mich das urzeitliche Rüsseltier aus der Glasvitrine beobachtet. Gleich daneben liegen spannende Funde aus der Eiszeit, die aus dem ehemaligen Tagebau in Hagenwerder stammen. Doch eine Vitrine hat es mir besonders angetan. Darin befindet sich das Schädelfragment eines Auerochsen. Beeindruckend sind seine großen Hörner. Auf der Informationstafel erfahre ich, dass der Schädel 1998 im Tagebau Berzdorf entdeckt wurde. Gelebt hatte das Wildrind demnach vor 11.000 Jahren.

Senckenberg Görlitz
Die Hörner des Wildrindes waren zu seinen Lebzeiten einen Meter lang. Bildrechte: MDR Jens Czerwinka

Beim Betreten des nächsten Raumes stockt mir für einen Moment der Atem. Ein ausgewachsener Wolf steht direkt vor mir. Aber alles gut, das Tier ist natürlich ausgestopft. Diese Ausstellung befasst sich mit der Vielfalt der Tiere und Pflanzen in der Oberlausitz. Aufgebaut sind mehrere große Glasvitrinen. Darin ist der Lebensraum der Vögel, Schlangen oder Nager in der Heide und Teichlandschaft nachgestellt. Mit ein bisschen Fantasie fühle ich mich kurz an einem Teich versetzt.

Es wird nicht langweilig

Mein Rundgang durch das Museum wird an diesen Tag noch ein, zwei Stunden dauern. Ich mache einen Abstecher in den Regenwald und durch die Savane. Dabei erfahre ich viel über das Verschwinden der Dinosaurier. Doch mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Denn besser ist: Einfach selbst vorbeischauen und bitte viel Zeit mitbringen.

Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz
Die Sonderausstellung "Leben unter Wasser 2020" ist noch bis zum 5. September zu sehen. Bildrechte: MDR Jens Czerwinka

Einen kleinen Tipp habe ich dann doch noch. In der unteren Etage werden im Vivarium rund 70 Tierarten in mehreren Wasserbecken gezeigt. In einem schwimmt ein kleiner schwarzer Süßwasserrochen. Er ist sogar ein gebürtiger Görlitzer.

Fazit

Der Besuch im Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz ist ein Erlebnis für Jung und Alt. Es gibt so viel zu entdecken, dass man viel Zeit einplanen sollte. Außerdem werden Dinge vermittelt, welche nicht immer im Biologie- oder Geschichtsbuch stehen.

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Bildrechte: MDR

Anreise

  • Bahn: vom Hauptbahnhof Görlitz mit der Straßenbahnlinie 2 oder 3 bis Haltestelle „Demianiplatz“ oder 20 min Minuten Fußweg
  • Straßenbahn: Linie 2 und 3 bis Haltestelle „Demianiplatz“, eine Minute Fußweg
  • Auto: immer in Richtung Stadtzentrum, dort bis zum Parkplatz Obermarkt.

  • Öffnungszeiten während der Ferien

  • Montag: geschlossen
  • Dienstag bis Freitag: 10 – 17 Uhr
  • Samstag bis Sonntag: 10 – 18 Uhr

Geeignet für

  • Schulklassen
  • Familien
  • kleine und große Entdecker

Daran sollte man denken

  • Bitte die Exponate nicht anfassen, sonst wird Alarm ausgelöst.
  • ganz viel Zeit einplanen

Wenn man schon mal da ist

  • Ein Rundgang durch die historische Görlitzer Altstadt ist ein Muss.
  • Der Tierpark ist zu Fuß oder mit der Straßenbahn zu erreichen.
  • Nur eine Stunde Autofahrt entfernt ist das Zittauer Gebirge.

Geheimtipp

  • Am 1. Sonntag im Monat ist der Eintritt frei.
  • An den Schaukästen etwas Verweilen - beim genaueren Hinschauen gibt es viel Spannendes zu entdecken.

Quelle: MDR/jc

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