Videotechnik-Einsatz Mehr "Argus"-Augen für grenznahe Städte zu Polen und Tschechien

Polizisten stehen vor einem Lieferwagen der mit einer Kamera-Laser-Einheit als Personenidentifizierungssystem ausgestattet ist.
Zwei Polizisten stehen in Görlitz vor einem umgebauten Lieferwagen. Darin sieht man die Kamera-Laser-Technik zur Personenidentifizierung. Bildrechte: dpa

Die Grenzübergänge in Zittau sollen künftig auch mit hochauflösender Videotechnik überwacht werden, sagte Sachsens Innenminister Roland Wöller am Donnerstag. Demnach konnte mit Hilfe spezieller Videokameras der Sonderkommision Argus die Kriminalität im Bereich der Eigentumsdelikte im Jahr 2020 um 18 Prozent gesenkt und rund 60 Prozent der Fälle aufgeklärt werden. Das ist ein Ergebnis der Bilanz anderthalb Jahre nach Gründung der Sonderkommission. "Argus hat uns überzeugt", sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) in Görlitz. Er kündigte an, dass die Videotechnik auch in anderen grenznahen Städten zu Polen und Tschechien eingesetzt werden soll.

Pilotprojekt mit Videosicherheitstechnik in Görlitz

Die Polizeidirektion Görlitz hatte an den Grenzübergängen und in der Stadt in einem Pilotprojekt mit spezieller stationäre Videosicherheitstechnik gearbeitet, mit der man Menschen erkennen kann. Die Kamera-Laser-Einheit als Personenidentifizierungssystem überwacht derzeit an fünf Stellen den grenzüberschreitenden Verkehr. Seit Ende Februar gibt es auch eine mobile Variante in einem umgebauten Lieferwagen. Die gefilmten Daten werten die Ermittler bei entsprechenden Straftaten aus. In allen übrigen Fällen wird das Material nach 96 Stunden unwiderruflich gelöscht, erklärte das Innenministerium dazu.

Die Zahlen sprechen für sich: Die Sicherheitslage hat sich auch dank der engagierten Arbeit der Soko Argus spürbar verbessert.

Michael Kretschmer Sächsischer Ministerpräsident

Eine polizeiliche Videoanlage steht an der Altstadtbrücke
Eine Videoanlage der Polizei steht an der Altstadtbrücke Görlitz. Die Polizei kontrolliert damit für die Soko Argus, um die grenzüberschreitende Eigentumskriminalität einzudämmen. Bildrechte: dpa

Problemschwerpunkt bleiben Diebstähle

Die Sonderkommission wurde Ende 2019 zur Bekämpfung der Kriminalität im Grenzgebiet zu Polen gebildet. Zur Fahndungsgruppe gehören rund 60 Beamtinnen und Beamte der Polizeidirektion Görlitz an. Sie befassen sich vor allem mit Eigentumsdelikten. 2020 waren die Diebstähle zwar zurückgegangen, machten jedoch nach Angaben der Polizei immer noch rund ein Drittel der erfassten Straftaten in der Region aus. Einen Schwerpunkt stellen nach wie vor die Gemeinden entlang der polnischen Grenze dar. Die Ergebnisse im Detail:

  • 2020 schloss die Soko 332 Fälle ab.
  • Davon klärte sie 205 Fälle auf und ermittelte 77 Tatverdächtige (56 nichtdeutsche Tatverdächtige darunter).
  • Die Aufklärungsquote lag bei 61,7 Prozent.
  • Ermittlungsschwerpunkt ist die Bekämpfung der Eigentumskriminalität; Diebstähle machen rund 80 Prozent aus.
  • 2020 gab es zur Kriminalitätsbekämpfung in Grenznähe 119 Einsätze mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei, teilweise mit Hilfe der Bundespolizei und des Zolls.
  • Rund 5.100 Beamtinnen und Beamten kontrollierten 15.300 Personen und rund 8.600 Fahrzeuge.
  • Dabei stellten sie 180 Straftaten und 1.400 Ordnungswidrigkeiten fest, hatten 84 Fahndungstreffer und knapp 230 Sicherstellungen.

Polizeidirektion Görlitz "Soko Argus"
So ist die Sondergruppe namens Argus aufgeteilt und arbeiten die einzelnen Gruppen zusammen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen | 15. April 2021 | 11:30 Uhr

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