Jobabbau Alstom-Betriebsrat erwartet Unterstützung der Bundesregierung

Die Geschäftsführung des Schienenfahrzeug-Herstellers Alstom hat vor wenigen Tagen angekündigt, den Abbau von rund 1.300 Arbeitsplätzen in Deutschland zu planen. Im Interview mit MDR Aktuell fordert der Gesamtbetriebsratsvorsitzende René Straube jetzt eine starke Förderung durch die Bundesregierung.

Ein Mann arbeitet an einem Waggon.
Die Werke in Bautzen und Görlitz hat Bombardier erst in diesem Jahr an den französischen Konzern Alstom verkauft. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Betriebsrat des Schienenfahrzeug-Herstellers Alstom erwartet von der Bundesregierung eine deutliche Unterstützung zum Erhalt der Produktionsstätten in Deutschland, insbesondere in Ostdeutschland.

"Wir erwarten von der neuen Bundesregierung, das, was die letzte nicht vermocht hat, nämlich dafür zu sorgen, dass wir hier in Deutschland einen klar definierten Local Content, also lokale Fertigung, Fertigungsanteile an steuerfinanzierten Aufträgen festschreiben, und das entlang der kompletten Wertschöpfungskette", sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Alstom Deutschland, René Straube, im Gespräch mit MDR Aktuell. Das schließe auch die Lieferanten des Unternehmens mit ein. Gute Rahmenbedingungen und eine verbesserte Infrastruktur sichere eine nachhaltig gute Zukunft.

Bahn entscheidender Faktor bei Verkehrswende

Die neue Bundesregierung sei angetreten, im Wesentlichen die Probleme bei Energie und Verkehr zu lösen. Da sei die Bahnindustrie ein ganz wichtiger Faktor. Sie könne "diese Probleme lösen", so Straube. Nach seinen Aussagen sei der geplante Umbau des Unternehmens allerdings "kein Umbau, sondern ein radikaler Kahlschlag, eine radikale Vernichtung von Fertigungskompetenzen".

Sorge um Standort Görlitz

Am Standort Görlitz 400 Personen zu entlassen, bedeute quasi den Tod dieses Standortes. Man sei dann auf einem Niveau, wo man den Standort nicht mehr wirtschaftlich und rentabel betreiben könne. Das sei auch eine Frage, die die Zukunft der Region betreffe. Straube kritisierte, dass nach der Bombardier- Übernahme durch Alstom schon nach zehn Monaten die Hoffnung auf sichere Arbeitsplätze konterkariert würde.

Straubes Forderung: Keine Steuermittel für französische Arbeitsplätze

Mit Blick auf eine mögliche Verlagerung von Produktionskapazitäten nach Frankreich treibe ihn dieselben Sorgen um wie die Opel-Mitarbeiter in Eisenach. Er habe da ein Auge drauf und befürchte ähnliche Parallelen, dass Fertigung nach Frankreich verlagert werde. Hier sei auch eine Forderung an die Politik,  genau hinzuschauen, was und wie man fördere. Auf keinen Fall dürfe man mit deutschen Steuermitteln französische Arbeitsplätze subventionieren. Er erwarte von der Bundesregierung die gleiche Unterstützung, die der französische Staat seinen Beschäftigten zukommen lasse, sagte Straube gegenüber MDR Aktuell.

Hier das ganze Interview mit René Straube

Quelle: MDR-Wirtschaftsredaktion

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN – Das Sachsenradio | 14. Dezember 2021 | 21:00 Uhr

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