Kultur und Gedenken Jüdische Gedenkwoche in Görlitz gestartet - Veranstaltungen bis Dienstag

Mehrere hundert Juden haben einst in Görlitz gelebt. Ihrer gedenkt die Stadt bis Dienstag mit verschiedenen Veranstaltungen. Auch Stolpersteine für ehemalige jüdische Bürger werden verlegt. Die einstige Synagoge ist als Kulturforum erhalten. Das jüdische Leben findet heute aber in kleinerem Rahmen statt.

Görlitz - Kulturforum Görlitzer Synagoge
Das Kulturforum Görlitzer Synagoge Bildrechte: Nikolai Schmidt

In Görlitz beginnt am Donnerstag eine jüdische Gedenkwoche. Bis zum 9. November wird mit verschiedenen Veranstaltungen an die Geschichte jüdischer Familien und deren Verfolgung in der NS-Zeit erinnert. Neben Filmpräsentationen und Diskussionen gibt es auch die größte Versammlung jüdischer Nachkommen in Görlitz seit mehr als 80 Jahren. Dazu werden Nachfahren der ehemaligen Görlitzer jüdischen Gemeinde aus aller Welt erwartet, unter anderem aus Argentinien, Norwegen, Großbritannien und den USA. Am Freitag werden zudem 15 neue Stolpersteine verlegt, davon drei erstmals auch in Zgorcelec. Sie erinnern an jüdische Familien, die in Görlitz gelebt haben.

Synagoge als Kulturforum erhalten

Nach Angaben auf der privat betriebenen Homepage "Jüdische Gemeinden" lebten zum Machtantritt der Nazis 1933 knapp 380 Juden in Görlitz. Ihre Zahl war seit der Weltwirtschaftskrise in den 1920er-Jahren rückläufig. Aktuell gibt es den Angaben zufolge eine kleine Zahl jüdischer Görlitzer, die in ihrer Gemeinde Gottesdienste feiert. Die frühere Synagoge ist erhalten und wird nach Sanierung in den 1990er-Jahren als Bildungs- und Informationszentrum genutzt.

Lesungen und Konzerte erinnern an jüdisches Leben

Konzerte, Lesungen und ökumenische Feiern sollen die Jüdische Woche 2021 abrunden. Zum Abschluss am Dienstag - dem Tag der Reichspogromnacht, in der Nazis und normale Bürger 1938 viele Synagogen niederbrannten, jüdische Geschäfte plünderten und Juden verletzten - ist im Kulturforum Synagoge Musik aus Theresienstadt zu hören. Es soll an die vier Komponisten Viktor Ullmann, Pavel Haas, Hans Krása und Gideon Klein erinnern, die 1944 nach Theresienstadt deportiert und dort ermordet wurden.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen | 04. November 2021 | 08:30 Uhr

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