Pest-Sperrbezirk Hundenasen sollen Afrikanische Schweinepest erschnüffeln

In anderen Bundesländern sind sie schon lange erprobt. Jetzt folgt Sachsen. Kadaverspürhunde sollen tote Wildschweine finden, die möglicherweise mit der Afrikanischen Schweinepest infiziert sind.

Totes Wildschwein auf einem Waldweg
Bildrechte: MDR/Uwe Walter

Um die weitere Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu verzögern, setzt Sachsen jetzt auf empfindliche Hundenasen. So sollen "Kadaverspürhunde" bei der Suche nach toten Wildschweinen eingesetzt werden. Sachsens Sozialministerin Petra Köpping erklärt: "Wir müssen die infizierten Wildschweinkadaver möglichst schnell finden und bergen, denn je mehr verendete Tiere im Wald, auf Wiesen und Feldern liegen, umso länger kann das Virus überleben und sich ausbreiten."

Jagdhund wartet auf einer Heckklappe auf seinen Einsatz
Insbesondere Jagdhunde eignen sich für die Nachsuche von Wild. Hier wartet ein Deutsch Kurzhaar auf seinen Einsatz. Bildrechte: Uwe Walter

Bei den Hunden handelt es sich um vier speziell ausgebildete Hundegespanne aus Mecklenburg-Vorpommern, die eine wesentlich effektivere Suche ermöglichen, auch in schwer zugänglichen Bereichen, beispielsweise in den Tagebaurestlöchern oder Teichgebieten. Jetzt wächst im Frühjahr die Vegetation und damit wird auch das Auffinden von Kadavern in Wäldern immer schwerer. Zudem ziehen sich kranke Wildschweine ins Dickicht zurück. Da hilft bei der Suche die empfindliche Spürnase eines Hundes. Der Einsatz von einem Kadaversuchhund ersetzt ungefähr zehn Fallwildsucherinnen und -sucher auf zwei Beinen.

Afrikanische Schweinepest - Fälle in Sachsen Derzeit sind in Sachsen 108 Fälle bekannt (Stand 20.04.2021), wo bei Wildschweinen die Afrikanische Schweinepest nachgewiesen wurde. Bislang beschränkten sich die Fundorte meist auf den Landkreis Görlitz. Dort wird versucht, mithilfe von stationären bzw. mobilen Elektrozäunen das weitere Vordringen der ASP nach Sachsen zu verhindern.

Der Freistaat plant jetzt, eigene Schnüffler auszubilden, um die tierische Hilfe dauerhaft in Anspruch nehmen zu können. Dazu laufen nach Angaben des Sozialministeriums die Vorbereitungen in enger Kooperation mit dem Sachsenforst und den Jagdverbänden, um Kadaversuchhunde auch in Sachsen zu etablieren.

Quelle: MDR/uwa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten aus dem Regionalstudio Bautzen | 22. April 2021 | 13:30 Uhr

Mehr aus Görlitz, Weisswasser und Zittau

Mehr aus Sachsen