Strukturwandel Görlitzer Landrat fordert Universität im Dreiländereck

Der Görlitzer Landrat fordert die sächsische Regierung auf, die Gründung einer Universität mit dem Doppelstandort Zittau/Görlitz zu prüfen. Diese könne bessere Bedingungen für die Ansiedlung neuer Forschungsinstitute und neuer Industrie bieten.

Görlitzer Landrat Bernd Lange
Landrat Bernd Lange möchte die Hochschule Zittau/Görlitz zu einer Universität weiterentwickeln. Bildrechte: LRA Görlitz/Holger Peschel

Die Hochschule Zittau/Görlitz müsse zu einer Universität weiterentwickelt werden, sagt der Görlitzer Landrat Bernd Lange. Dabei schlägt der CDU-Politiker ein staatenübergreifendes Modell mit Polen und Tschechien vor. Denn alle drei Länder stehen vor den Herausforderungen des Kohleausstiegs.

Der Landrat kritisiert zugleich, dass die geplanten sächsischen Großforschungszentren den Ausbau der Infrastruktur in Ostsachsen behindern. Durch die Forschungszentren würden Milliardenbeträge gebunden. Diese fehlen letztlich für bessere Bahn- und Straßenverbindungen. Diese seien aber Grundvoraussetzung, um die Oberlausitz für Wissenschaftler und Industrie besser erreichbar zu machen.

Wissenschaftsverlagerung in ländliche Region

Im bevorstehenden Strukturwandel sieht der emeritierte Professor Wolfgang Herrmann von der TU München gute Entwicklungsperspektiven für die Lausitz und das Mitteldeutsche Revier. Es komme darauf an, die richtigen Themen mit den richtigen Menschen zu verbinden, die richtigen Expertisen in die Region zu bringen sowie Themen, die eine Multiplikatorwirkung für Wirtschaft und Gesellschaft versprechen, so Herrmann. Der Wissenschaftler hat die sächsische Regierung bei den Plänen für die Reviere beraten. Schon in Bayern hatte er die Verlagerung von Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen in ländliche Regionen mitgeplant.

Quelle: MDR/rh/ma

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen | 30. Juli 2021 | 05:30 Uhr

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