25. Lausitz-Rallye Motorsport kontra Schweinepest: Rallye-Spaß unter Auflagen

Bei der 25. Lausitz-Rallye am ersten Novemberwochenende müssen die Fahrzeuge nach dem Rennen desinfiziert werden, um die weitere Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern. Zudem werden an den Zuschauerpunkten Seuchenschutz-Matten ausgelegt. Die Auflagen aufgrund der Schweinepest sollen die internationale Motorsportveranstaltung aber nicht ausbremsen.

Rallyewagen bei Nacht.
Die 25. Lausitz-Rallye rollt in Richtung Startrampe. Los geht es am ersten Novemberwochenende. Bildrechte: Rallyesport Club Lausitz e.V. Franz Bernhard

In Boxberg hat der Endspurt für zur Vorbereitung der 25. Lausitz-Rallye begonnen. Am ersten Novemberwochenende werden rund 90 Teams aus ganz Europa erwartet, wenn es am Bärwalder See wieder heißt: Drei, zwei, eins, Schotter! Während in den vergangenen zwei Jahren die Corona-Pandemie die Organisatoren vor besondere Herausforderungen stellte, sind es diesmal die Auflagen aufgrund der Afrikanischen Schweinepest.

Cheforganisator Wolfgang Rasper gibt sich am Donnerstag bei der Pressekonferenz trotzdem gelassen: "Wir haben 2020 die Rallye ohne Zuschauer gemeistert, letztes Jahr unter harten Corona-Auflagen mit Zuschauern und wir werden auch in diesem Jahr wieder für hochkarätigen Motorsport sorgen."

Pressekonferenz zur LR 2022
In Boxberg wurde am Donnerstag die Jubiläumsauflage der 25. Lausitz-Rallye vorgestellt. Auch die Auflagen aufgrund der Afrikanischen Schweinepest. Bildrechte: Uwe Walter

Autos werden desinfiziert

Die Afrikanische Schweinepest soll die Jubiläumsauflage der Lausitz-Rallye nicht ausbremsen, aber sie sorgt für mehr Aufwand. So muss der Rallye- Renn- & Wassersport Club Lausitz e.V. als Veranstalter alle Tore an der sogenannten Wildschweinbarriere bewachen lassen. Seuchenschutzmatten werden an zwölf Zuschauerpunkten ausgelegt und nach jedem Rennen oder jeder Prüfung werden die Rallye-Fahrzeuge mithilfe von Hochdruckreinigern gesäubert und anschließend desinfiziert. "Damit das Renngeschehen davon nicht beeinflusst wird, muss das Desinfizieren sehr schnell gehen", meint Rennleiter Rasper. Zwei Anlagen sind in Betrieb, bedient werden sie von Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren. Eine weitere Anlage steht als Reserve bereit.

Rallyewagen vor Zuschauern.
An den zwölf Zuschauerpunkten wird es aufgrund der Afrikanischen Schweinepest Seuchenschutzmatten geben. Nach jedem Rennen werden die Fahrzeuge desinfiziert. Bildrechte: Rallyesport Club Lausitz e.V. Franz Bernhard

Eigenverantwortung ist gefragt

Möglicherweise finden das Rallye-Teams gar nicht so schlecht, weil sie damit ihre Fahrzeuge nicht selber waschen müssen. "Desinfektionsbäder oder Duschen für die Fahrer sind jedenfalls noch nicht vorgesehen, aber es sind ja noch einige Woche hin", lacht Wolfgang Rasper. Was die Corona-Pandemie mit möglichen Auflagen betrifft, setzen die Veranstalter auf die Eigenverantwortung der Teilnehmer und der Zuschauer, erklärte Falk Werner Orgus als Chef des Ordnungsamtes im Landkreis Görlitz.

Drei, zwei, eins, Schotter: Zehn Wertungsprüfungen

Die Lausitz-Rallye ist bekannt für ihre Schotterpisten. Zehn Wertungsprüfungen sind auf 145,56 Kilometer verteilt.

Reifenwechsel beim Rennen.
Der Lausitz Schotter fordert Fahrer und Material. Beim Reifenwechsel auf der Strecke legen Fahrer und Copilot Hand an. Bildrechte: Rallyesport Club Lausitz e.V. Franz Bernhard

Nur elf Kilometer führen über festen Untergrund oder Asphalt. Deshalb müssen nur einige kleine Nebenstraßen am Rennwochenende gesperrt werden. Mehr als 500 ehrenamtliche Helfer vom Strecken- oder Sicherheitsposten bis zum Notarzt engagieren sich für das Motorsportereignis.

"Trotz aller Widrigkeiten, trotz Corona - alle sind dabei geblieben", freut sich Wolfgang Rasper. Nur das Alter habe einige zum Ausstieg veranlasst. Ein 86 Jahre alter Görlitzer habe sich mehrfach dafür entschuldigt, aber er könne eben nicht mehr mitmachen, erzählt der Cheforganisator.

Cheforganisator Wolfgang Rasper und Mitorganisator Bastian Hartmann
Cheforganisator Wolfgang Rasper und Bastian Hartmann werden wieder von mehr als 500 ehrenamtlichen Helfern bei der Durchführung der Lausitz-Rallye unterstützt. Bildrechte: Uwe Walter

Hochkarätiges Teilnehmerfeld durch European-Rally-Trophy

Sportlich wird es sehr spannend, nicht nur weil es eine neue Auflage des mittlerweile traditionellen Duells zwischen den Einheimischen Matthias Kahle und Anders Gröndal geben wird.

Zum dritten Mal dürfen die Lausitzer den Endlauf der FIA European-Rally-Trophy austragen. Neu hinzu kommt die AvD-Rallye-Meisterschaft. Um den Ansprüchen an den Wettkampf gerecht zu werden, wechselt das Rallyehauptquartier wieder zurück an den Bärwalder See in die Touristeninformation. Davor wird auch die Startrampe aufgebaut und auch die Siegerehrung wird hier am Bärwalder See gefeiert. Wichtig für Motorsport-Fans. Der Serviceplatz ist nur wenige Schritte entfernt beim "Sternencamp". Dort können die Zuschauer den Schraubern direkt über die Schulter gucken.

Noch müssen die Freunde des Motorsports ein klein wenig Geduld haben. Ab 26. Oktober 2022 beginnt der Verkauf der personalisierten Online-Tickets, sieben Tage später, am Donnerstag, 3. November die 25. Lausitz-Rallye.

Dann dröhnen wieder die Motoren, fliegen Autos bis zu 30 Meter weit, driften spektakulär um Kurven und prasselt Schotter lautstark gegen Blech. Bis Sonnabend, 5. November rasen die Rallye-Piloten über die Schotterpisten und zwar bis in den frühen Abend.

Rallyewagen beim Driften
Am ersten Novemberwochenende fliegt wieder der Schotter bei der 25. Auflage der Lausitz-Rallye. Bildrechte: Rallyesport Club Lausitz e.V. Franz Bernhard

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten Studio Bautzen | 29. September 2022 | 17:30 Uhr

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