Trockenheit Weniger Grundwasser nördlich von Weißwasser

Im sorbischen Kulturzentrum in Schleife sind am Montagabend die Ergebnisse eines Wassermonitorings vorgestellt worden. Die Untersuchung war vom Bergbauunternehmen Leag in Auftrag gegeben worden. Dabei werden unter anderem die Pegelstände des Grundwassers gemessen.

Ein Mann misst den Grundwasserstand und liest dazu Daten wie z.B. die Ganglinie des Grundwassers aus
Nördlich von Weißwasser ist der Grundwasserspiegel gesunken. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Die Bilanz des Wassermonitorings für die Region nördlich des Nochtener Tagebaus bei Weißwasser liest sich nicht gut. Nach Angaben des Ingenieurbüros G. U. B. Freiberg gab es vom Frühjahr 2018 bis Mitte 2021 eine negative Wasserbilanz. Es fiel weniger Niederschlag als Wasser verdunstete. Auch Starkregenereignisse konnten den Grundwasserpegel in den Gemeinden Schleife, Trebendorf und Groß Düben nicht nennenswert anheben.

Grundwasserstand gesunken

"Die Grundwasserstände zeigten witterungsbedingte Absenkungen. Erst ab Mitte 2021 gab es leichte Entlastung in einigen Abschnitten. Das durch die Entwässerung ohnehin bedingte Absenken hat sich mit der Trockenheit verstärkt", berichtet Tobias Radach, Projektleiter Wassermonitoring beim Ingenieurbüro G. U. B. Freiberg am Montag in Schleife. Selbst Starkregen wie am 30. Mai 2018 mit 85,5 Millimeter Niederschlag binnen kurzer Zeit habe nicht dazu geführt, dass die Pegelstände des Grundwassers wieder entscheidend anstiegen. Dies führte bis in den August 2021 zur größten Dürreperiode seit 100 Jahren.

FFH-Schutzgebiet FFH-Schutzgebiete sind Flora-Fauna-Habitate, in denen die Lebensräume der Pflanzen und Tiere als besonders schützenswert eingestuft werden.

Monitoring wird fortgesetzt

Damit die ökologisch wertvollen Flächen wie Flachlandmähwiesen, Feuchtheide, Pfeifengraswiesen und der Birkenmoorwald im alten Schleifer Teichgebiet erhalten bleiben, führt das Bergbauunternehmen Leag hier Wasser zu. Diese FFH-Schutzgebiete wiesen gleichbleibende oder größer werdende Wassermengen auf, sagte Christian Graetz, Leiter des Bereichs Wasserwirtschaft der Leag. Das Wassermonitoring, so der Geohydrologe, soll auch künftig stattfinden. Die Leag sehe es als Daueraufgabe.

Tagebauentwässerungsbrunnen der Leag
Um Kohle abzubauen, muss der Tagebau entwässert werden. Das Wasser wird unter anderem dem alten Schleifer Teichgebiet zugeführt. Bildrechte: Leag/Rainer Weisflog
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MDR AKTUELL Fr 04.03.2022 16:55Uhr 03:40 min

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 28. Juni 2022 | 05:30 Uhr

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