Kletterunfälle Bautzener Luftretter trainieren mit Notärzten die Rettung am Felsen

Wer im Gebirge verunglückt, für den bleibt manchmal nur die Rettung aus der Luft. Das Team der DRF Luftrettung in Bautzen trainiert die Rettung per Winde zweimal im Jahr, wie jetzt am Spitzberg bei Seifhennersdorf.

Der Winden-Operator im Hubschrauber steuert die Winde
Das letzte Mal haben die Bautzener Luftretter im Herbst die Windenrettung trainiert. Der sogenannte "Winden-Operator" steuert dabei die Winde. Bildrechte: DRF Luftrettung

Wie schnell der Ernstfall eintreten kann, hat die Crew von "Christoph 62" im Januar erlebt. Damals wurde sie von der Bergwacht Bad Schandau alarmiert, die eine gestürzte Person in der Bennohöhle im Bielatal meldete. Die Luftretter aus Bautzen sollten den Mann mit der Winde herausholen, da er kopfüber in die Höhle hineingestürzt war und sich schwer verletzt hatte. Der Einsatz ging gut aus, der Mann wurde ins Krankenhaus geflogen.

Intensive Schulung für den Ernstfall

Solche Szenarien werden die Luftretter in den kommenden vier Tagen rund um Seifhennersdorf üben. Am Spitzberg und dem Großen Stein steht laut DRF Luftrettung das anspruchsvolle Windentraining auf dem Programm. Der Umgang mit der Rettungswinde werde zweimal jährlich umfangreich geschult, damit im Ernstfall jeder Handgriff sitze. Der in Bautzen stationierte "Christoph 62" ist der einzige DRF-Rettungshubschrauber in Sachsen, der mit einer Winde ausgestattet ist.

Bergretter, Luftretter und Notärzte trainieren gemeinsam

Diesmal trainieren die Bautzener Luftretter mit der Bergwacht Sächsische Schweiz. Außerdem kommen rund zehn Piloten der DRF Luftrettung und 20 Notärzte aus Dresden. Insgesamt 50 Leute absolvieren das Training. Erstmals soll dabei auch die sogenannte Kapprettung geübt werden, ein spezielles Verfahren, mit dem ein in der Wand hängender Kletterer gerettet werden kann. Dabei seien Schnelligkeit und höchste Präzision nötig, so die Luftretter. Denn wenn der Kletterer im Windenhaken und gleichzeitig noch im Kletterseil hängt, sei der Hubschrauber an die Felswand "gefesselt". Erst wenn das Kletterseil gekappt ist, können Retter und Patient gemeinsam in den Hubschrauber gezogen werden.

Die Einsatzbereitschaft der Bautzener Luftretter ist während des Trainings übrigens nicht beeinträchtigt. Laut DRF Luftrettung steht eine Ersatzmaschine bereit, um nötige Einsätze zu übernehmen.

MDR (vis)

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 25. März 2022 | 19:00 Uhr

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