Internationaler Denkmaltag Neuartige Fußböden sollen Kloster in Ostritz vor Grundwasser schützen

Zum Internationalen Denkmaltag stehen heute vielerorts schützenswerte Baudenkmäler im Blickpunkt. Das 1234 gegründete Zisterzienserkloster St. Marienthal in Ostritz ist eines davon. Die Gebäude haben Jahrhunderte überdauert und dabei selbst einen Großbrand oder die geplante Sprengung durch die Nationalsozialisten überstanden. Allerdings gibt es ein Problem, das sich hartnäckig hält und dem Klosterensemble an die Substanz geht: Grundhochwasser. Jetzt will ein Bauprojekt für Abhilfe sorgen.

Kloster St. Marienthal Ostritz
Das Kloster St. Marienthal in Ostritz ist in einem Tal gelegen. Bildrechte: imago/NBL Bildarchiv

Ein von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit 115.000 Euro gefördertes Projekt soll das Kloster St. Marienthal in Ostritz besser vor sogenanntem Grundhochwasser schützen. Bei Erfolg könnte es zum Modell für andere historische Bauten werden, teilten die Verantwortlichen mit.

Porenbeton als Schutz für feuchte Fußböden

Konkret geht es dabei um den Einbau von neuen Fußböden. Über eineinhalb Jahre seien verschiedene Fußbodenaufbauten zum Schutz des Gebäudes getestet worden, sagte Constanze Fuhrmann, DBU-Referatsleiterin für Umwelt und Kulturgüter. "Porenbeton hat sich als besonders wirksam erwiesen. Als Baustoff kann er feuchtebelastete Böden vor weiteren Schäden schützen", sagte Fuhrmann. Eine Fußbodenheizung könne außerdem die oberen Schichten der Böden schneller trocknen. Dabei gebe der Fußboden aber Feuchtigkeit ab, die schnell wieder abgeführt werden müsse. "Die Ergebnisse lassen sich für Sanierungen bei ähnlichen historischen Bauten übertragen", ist sich Fuhrmann sicher.

Internationales Begegnungszentrum St. Marienthal in Ostritz
Blick auf den Hof des Klostergeländes. Bildrechte: MDR/Viola Simank

Kloster steht auf Flussbett

In Ostritz ist die Lösung des Problems besonders dringend. Untersuchungen des Baugrunds unterhalb des Propsteigebäudes brachten nämlich zutage, dass das Koster auf einem gewachsenen Flussbett steht. "Klosteranlagen der Zisterzienser sind oft in das Tal gebaut und am Flusslauf gelegen", erläuterte Constanze Fuhrmann und fügte an: "Die Zisterzienserklöster sind daher bei Extremwetterphänomenen wie Hochwasser zunehmend von Feuchte betroffen."

Hochwasser geht zurück, Grundhochwasser bleibt

Problematisch ist bei Grundhochwasser, dass es sich anders als Hochwasser, das beispielsweise 1897 die gesamte barocke Inneneinrichtung der Klosterkirche vernichtete und auch 2010 einen Millionenschaden anrichtete, um eine unsichtbare Gefahr handelt. Denn es steigt zwar zeitgleich mit dem Hochwasser in umliegenden Flüssen wie der Lausitzer Neiße an, aber stoppt dann nicht. Selbst wenn das Wasser in den naheliegenden Flüssen und Bächen schon wieder zurückgegangen ist und man oberflächlich denken könnte, dass alles in Ordnung sei, setzt das Grundhochwasser den Gebäuden weiter zu.  

Quelle: MDR/sth

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen | 19. April 2021 | 05:30 Uhr

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