Mietfreies Wohnen Görlitz will junge Kreative zum Probewohnen in die Stadt locken

Blick von der Altstadtbrücke über die Neiße auf die historische Altstadt mit der Peterskirche.
Junge, kreative Menschen sollen mit kostenfeien Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten nach Görlitz gelockt werden. Bildrechte: dpa

Das kostenfreie Projekt Probewohnen und Arbeiten in Görlitz geht in eine weitere Runde. Die Stadt an der Neiße sucht unter dem Projekttitel "Stadt der Zukunft auf Probe" junge Leute, die sich mit kreativen Ideen in der Stadt niederlassen.

Stadt will attraktiver werden

Nach Angaben des Interdisziplinären Zentrums für ökologischen und revitalisierenden Stadtumbau (IZS) steht in diesem Jahr das das Thema Klimaneutralität im Mittelpunkt der Projektarbeit. Gesucht werden Frauen und Männer, die sich beruflich bereits mit diesen Themen beschäftigen, sagt Projektleiter Robert Knippschild. Die Bewerber können ab Herbst drei Monate kostenfrei in Görlitz wohnen. Außerdem können sie bei verschiedenen Görlitzer Projektpartnern forschen, ein Start-up gründen oder vorantreiben, Kultur- und Kunstprojekte umsetzen oder Netzwerke erweitern. Dafür stellen verschiedene lokale Initiativen ihre Räumlichkeiten für künstlerisch-kreative Aufenthalte zur Verfügung.

Der Probeaufenthalt der potenziellen neuen Einwohnerinnen und Einwohner wird durch das IZS wissenschaftlich begleitet. Dabei soll ermittelt werden, welche Anreize kleine und mittlere Städte wie Görlitz schaffen müssen, um qualifizierte Arbeitskräfte zu gewinnen.

Görlitz will bis 2030 klimaneutral werden

Die kreativen Ideen der Projektteilnehmer sollen Görlitz helfen, bis 2030 klimaneutral zu werden. Die Pläne der Stadt reichen dabei von klimafreundlicher Fernwärmeversorgung, über Busse mit Brennstoffzellen-Technologie bis hin zu Forschungsprojekten zur Wasserstoff-Technologie. Die Grenzstadt will dazu auch mit der auf polnischer Seite der Neiße liegenden Stadt Zgorzelec zusammenarbeiten. So soll bis 2030 die Fernwärmeversorgung der beiden Städte verbunden und klimaneutral gestaltet werden. Bisher versorgt die polnische Stadt ihre Haushalte mit Fernwärme aus einem 40 Jahre alten Kohlekraftwerk.

Hertie-Kaufhaus in Görlitz 2009
Görlitz will bis 2030 den Fuhrpark des ÖPNV modernisieren, um auch in diesem Bereich klimaneutral zu werden. Bildrechte: dpa

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen | 08. Mai 2021 | 15:30 Uhr

3 Kommentare

lk2001 vor 20 Wochen

Das wird die Region auch nicht retten wenn dann tausende Arbeitsplätze nach dem Kohleaustieg weg sind. Kreativität ist gut und wichtig, aber es hilft nicht der Mehrheit. Nur neue Industrie Betriebe mit anständiger Bezahlung helfen. Der Rest ist spielerei.

Frank 1 vor 20 Wochen

Wenn die Verantwortlichen mit diesem Projekt erst ermitteln wollen welche Anreize gesetzt werden müssen damit kreative Menschen bleiben, dann sind sie auf ihrem Posten falsch. So wird das nichts mit dem Strukturwandel in der Region. Fähige Leute in der Politik braucht das Land. Leute mit nachhaltigen Visionen, Kreativität und integer. Aber da ist wohl schon länger Ebbe und keine Besserung in Sicht. Leider, es ist traurig.

Pattel vor 19 Wochen

Umkehrschluss, es gibt keine kreative Bürger mehr.
Das Probe wohnen brachte nix ein außer einige ältere Menschen zogen in die Stadt.

Mehr aus Görlitz, Weisswasser und Zittau

Mehr aus Sachsen