Illegale Schleusung Dutzende Migranten an deutsch-polnischer Grenze aufgegriffen

Im Oktober ist die Zahl illegal eingereister Flüchtlinge über die Route Belarus-Polen extrem gestiegen. Das bekommen auch die Beamten der Bundespolizeiinspektion Ludwigsdorf zu spüren. In dieser Woche wurden mehrere Transporter gestoppt, einige Schleuser festgenommen. So wie am Sonntag.

Polizei nimmt bei Görlitz einen Schleuser fest
Der mutmaßliche Schleuser konnte von der Polizei gestellt werden. Bildrechte: Lausitznews

In einem Kleintransporter auf der Bundesstraße 115 nahe der deutsch-polnischen Grenze sind am Sonntagmorgen 23 Flüchtlinge entdeckt worden. Wie eine Sprecherin der Bundespolizeidirektion Pirna mitteilte, handelt es sich um 22 Iraker im Alter zwischen 18 und 31 Jahren sowie um einen neunjährigen Jungen. Der Fahrer des Autos und ein Begleiter flohen bei der Kontrolle des Fahrzeugs zunächst, konnten aber schnell von Beamten gefasst werden. Die mutmaßlichen Schleuser, zwei 22 Jahre alte Syrer, wurden festgenommen und ihr Auto beschlagnahmt.

Polizei nimmt bei Görlitz einen Schleuser fest
Der mutmaßliche Schleuser kommt nun in Gewahrsam. Bildrechte: Danilo Dittrich

Für weitere 15 Migranten endete die Reise bei Ebersbach - ihre Herkunft ist noch unklar. Solche Aufgriffe seien schon fast Normalität, sagte die Behördensprecherin. Auch kleinere Gruppen oder Einzelpersonen reisten illegal nach Deutschland ein, wobei die großen Gruppen auffallen. "Die Bundespolizei bekommt viele Hinweise aus der Bevölkerung." Allein im Oktober seien Schleusungen von an die 5.000 Menschen gestoppt worden.

Polizei nimmt bei Görlitz einen Schleuser fest
Der Kleintransporter wurde unweit der deutsch-polnischen Grenze entdeckt. Bildrechte: Lausitznews

32-jähriger Iraker tot aus Transporter geborgen

In dieser Woche war bereits ein Transporter mit mehr als 20 Geflüchteten aus dem Irak in der Nähe der Grenze aufgefunden worden. Dabei konnte ein 32 Jahre alter Mann nur noch tot geborgen werden. Der mutmaßliche Schleuser in diesem Fall konnte entkommen, nach ihm wird weiterhin gefahndet. Sein mutmaßlicher Komplize wurde gefasst. Beide Männer sollen türkischer Nationalität sein. Die Überlebenden aus dem geschleusten Transporter sind nach wie vor in Obhut der Behörde. "Die Vernehmungen und Befragungen in Absprache mit der Staatsanwaltschaft dauern an."

Freistaat Sachsen stockt Zahl der Flüchtlingsunterkünfte auf

Bereits Mitte Oktober hatte das Land Sachsen angekündigt, wegen der steigenden Zahl an Migranten, die aus Belarus über Polen nach Deutschland kommen, die Zahl der Erstaufnahmeplätze zu erhöhen. Wie das Innenministerium in dieser Woche auf Anfrage von MDR SACHSEN mitteilte, liegt die Auslastung der Aufnahmeeinrichtungen derzeit bei 80 Prozent. Demnach sind in Chemnitz rund 1.000 der 1.300 Plätze belegt, in Dresden rund 750 der 900 und in Leipzig 1.500 der 1.900*.

Inzwischen habe es "konkrete Gespräche" zwischen dem Innenministerium, dem Finanzministerium und dem Sächsischen Bau- und Immobilienmanagement gegeben, wie die Aufnahmekapazitäten erhöht werden können. Die Prozesse seien aber noch nicht angeschlossen, hieß es weiter.

*Die genaue Zahl der Platz schwankt täglich, je nach Weiterleitung der Geflüchteten in andere Bundesländer. In der Regel bleiben die Migranten für Untersuchungen und Registrierungen zwei Wochen in Sachsen, bevor sie in andere Länder verteilt werden.

Quelle: MDR/dk/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 31. Oktober 2021 | 12:00 Uhr

26 Kommentare

Matthi vor 40 Wochen

Wir haben EU Gesetzte die Einwanderung von Asylsuchenden regelt daran sollte sich auch Deutschland halten und wer kein Bleiberecht hat muss zurückgeführt werden. Ich persönlich bin auch der Meinung das Asylsuchende die Straffällig werden oder das Asylrecht missbrauchen abgeschoben werden sollten. Übrigens wer gegen eine zentrale Unterbringung von Asylsuchenden ist der sollte sich mal fragen wo die vielen bezahlbaren Wohnungen herkommen sollen, Deutschland kann ja noch nicht einmal genug Sozialwohnungen für Deutsche Geringverdiener zur Verfügung stellen.

Norbert 56 NRW vor 40 Wochen

Und weil sich ja alle anderen EU Staaten nicht so wirklich an EU Recht halten, muss D wieder den Musterknaben spielen. Frage über dem EU Recht ist aber, wer auf Dauer sich dies noch leisten kann.

SGDHarzer66 vor 40 Wochen

Nach Schäubles Zitat waren wir das seit 1945 nicht. Man sollte einfach mal mit offenen Augen durch das Land gehen und nicht das Wort "frei" benutzen, wenn es nicht der Realität entspricht.

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