Schülerverkehr Nach Elternprotest wird neuer Busfahrplan für Oberlausitz überarbeitet

Nach Einwendungen von Eltern hat das Landesverkehrsamt dem neuen Taktfahrplan im Landkreis Görlitz die Genehmigung verweigert. Das Landratsamt muss den Plan nun anpassen. Die Einführung wird aufs nächste Schuljahr verschoben.

Kinder mit Ranzen stehen vor einem Schulbus
Eltern befürchteten, dass ihre Kinder wegen des neuen Busfahrplans länger an teils gefährlichen Haltestellen warten müssen. Sie protestierten gegen die Pläne. Bildrechte: Colourbox.de

Die Einführung des neuen Taktfahrplans für den Öffentlichen Nahverkehr in der Oberlausitz wird verschoben. Eine überarbeitete Variante soll jetzt erst zum neuen Schuljahr im August gelten. Nach vielen Einwendungen habe das Landesamt für Straßenbau und Verkehr dem neuen Fahrplan die Genehmigung verweigert, sagte Landrat Bernd Lange (CDU) MDR SACHSEN. Elterninitiativen hatten gegen den neuen Fahrplan protestiert. Sie kritisierten, dass er unzumutbare Warte- und Fahrzeiten für Grundschüler verursache. Ursprünglich sollten die Busse ab Anfang Januar 2022 nach dem neuen Plan fahren. Daraus wird vorerst nichts.

Landrat Lange bezeichnete die Sorgen der Eltern als "ernst zu nehmen" und gestand ein, dass nun über einen anderen Weg zur Einführung eines neuen Fahrplans nachgedacht werden müsse. Den Konflikt will das Landratsamt bis zum kommenden Jahr lösen.

Verdreifachung der Fahrzeiten

Das Landratsamt wollte den Schülerverkehr in den neuen Fahrplan integrieren – mit aus Sicht der Eltern teils dramatischen Folgen für die Schülerinnen und Schüler. Fahrzeiten drohten sich zu verdreifachen. "Die Kinder müssen mit dem Bus eine Stunde eher fahren, schon früh um sechs Uhr. Zum Umsteigen werden sie an Bushaltestellen rausgeschmissen, wo sie 40 Minuten auf den nächsten Bus warten müssen", beklagte Roland Schmidt von der Elterninitiative Neißeaue.

Warum wurde nicht mit Eltern gesprochen?

Dabei hatte der neue Fahrplan seit Mai 2021 den Schulen vorgelegen und hätte mit den Eltern besprochen werden sollen. Allerdings stand auf dem Papier der Vermerk: "Vertraulich". Das sei in den Schulen missverstanden worden, erklärte Landrat Lange. "Wir wollten es nicht in der Öffentlichkeit diskutieren, sondern erstmal mit den Betroffenen." Der Landrat will das jetzt nachholen.

Überarbeiteter Fahrplan erst im nächsten Schuljahr

Ideen und Vorschläge der Eltern würden nun in die Überarbeitung des Taktfahrplans einfließen, kündigte Lange an. Fragen zum Schulbeginn und zu den Bushaltestellen würden besprochen. "Wir stehen jetzt nicht so unter dem Druck einen Schnellschuss zu machen und wollen die Eltern parallel einbinden", versprach er.

Der Zeitplan sieht vor, dass sich Landratsamt und Elterninitiativen Ende Februar 2022 zusammensetzen. In der Zwischenzeit solle es Arbeitsgespräche mit den Betroffenen geben, sagte Lange.

Quelle: MDR/uwa/mk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalreport aus dem Studio Bautzen | 09. November 2021 | 16:30 Uhr

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