Tierseuche Drohnen im Kampf gegen die Schweinepest in der Oberlausitz geplant

19.06.2020, Mecklenburg-Vorpommern, Kaliss: Wildschweine stehen in einem Wildgatter.
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Im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest hat der Görlitzer Landrat Bernd Lange jetzt Unterstützung der Bundeswehr und der Bereitschaftspolizei angekündigt. Aber auch Hilfe aus der Luft ist geplant. So sollen Drohnen während der Suche nach toten Wildschweinen zum Einsatz kommen. Lange forderte gleichzeitig aber auch die Mithilfe der Jäger.

Macht eine anständige Jagd auf die Wildschweine in der Region und schießt sie frei, die Region von Wildschweinen. Da habt ihr, die Bauern und alle anderen auf eurer Seite.

Bernd Lange Landrat Görlitz

Die Jägerschaft würde ja gern mehr tun, sagt der Vorsitzende des Jagdverbandes Niederschlesische Oberlausitz, Hans-Dietmar Dohrmann. Aber dazu bräuchte es eine bessere technische Ausstattung, die derzeit das Gesetz verbiete. Denn im Moment könnten die Waidmänner nur in klaren Nächten mit Mondlicht effektiv auf Wildschweine schießen.

Lichtkegel auf dem Zielfernrohr

Der Gesetzgeber müsste ausnahmsweise zulassen, dass Beleuchtungseinrichtungen auf der Waffe zugelassen werden, sagte Dohrmann. Und dann könne man zumindest jede Nacht auf Jagd gehen, relativ unabhängig von den Witterungsbedingungen.

Warnhinweis Schweinepest
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Das Sächsische Landwirtschaftsministerium könnte eine solche geforderte Ausnahmeregelung treffen. Eine Anfrage zu diesem Thema beim Ministerium blieb bis zum Mittwochnachmittag unbeantwortet. In Bayern, so Jagd-Chef Dohrmann, gäbe es so eine Ausnahmeregelung bereits.

Wir wissen ja, politische Entscheidungsfindungen, die dauern immer ewig lange, ehe da was passiert, aber wir können es uns nicht leisten, bei dieser Ausbreitungsgeschwindigkeit die Zeit verstreichen zu lassen.

Dietmar Dohrmann Vorsitzender des Jagdverbandes Niederschlesische Oberlausitz

Nach Ansicht von Dohrmann würden die Zäune nicht zu 100 Prozent helfen. Es reichten wenige Schweine, die den gesperrten Bereich überwinden, um das Virus in die Fläche zutragen. Da müsse man sehr entschieden und schnell vorgehen, so Dohrmann.

Quelle: MDR/jc

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.03.2021 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Bautzen

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