Gefährlicher Vandalismus Schutzzaun gegen Wildschweine immer wieder zerstört

Ein Schutzzaun an der Grenze zu Polen soll dafür sorgen, dass mit der Schweinepest infizierte Wildschweine nicht nach Sachsen kommen. Doch er wird immer wieder von Unbekannten zerstört. Die Zahl der infizierten Tiere ist mittlerweile auf 17 gestiegen.

An der deutsch-polnischen Grenze bei Krauschwitz wird ein fester Zaun gebaut, um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern.
Im November hat der Bau eines festen Zaunes an der Grenze zu Polen begonnen. Bildrechte: MDR/Thomas Kramer

Immer wieder wird in diesen Wochen das Gebiet rund um Krauschwitz abgesucht, um verendete Wildschweine zu finden. So sollen mit dem Schweinepest-Virus infizierte Tiere schnell beseitigt werden, um eine weitere Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu verhindern. Bei einer erneuten sogenannten Fallwildsuche hat es wieder einen Treffer gegeben. Das Tier wurde im unmittelbaren Bereich der Neiße gefunden, teilte das Sozialministerium mit. Das Friedrich-Löffler-Institut habe bei ihm das ASP-Virus bestätigt. Damit gibt es in Sachsen jetzt 17 nachgewiesene Fälle bei Wildschweinen.

Vandalismus wird zum Problem

Allerdings wird der feste Zaun, der die Wildschweine eigentlich abwehren soll, laut sächsischem Sozialministerium immer wieder zerstört. Dazu gehörten kleinere Schäden, die sofort behoben werden konnten. Aber es gibt auch Fälle wie jenen zu Weihnachten, als mehrere hundert Meter Drahtzaun teilweise aufgetrennt und aufgebogen wurden. Die Polizei meldete einen Sachschaden von 500 Euro. Sozialministerin Petra Köpping zeigte sich besorgt wegen des Vandalismus und appellierte an alle, den Zaun zu akzeptieren und auf ihn zu achten. Er solle schließlich verhindern, dass die Tierseuche weiter nach Sachsen eindringe.

Eine mutwillige Zerstörung kann großen wirtschaftlichen Schaden anrichten, insbesondere, wenn dadurch das Virus auch auf Hausschweinbestände übertritt.

Petra Köpping Sächsische Sozialministerin

Zaun wird erweitert

Insgesamt sind um das gefährdete Gebiet 90 Kilometer fester Zaun installiert worden, davon 56 Kilometer an der deutsch-polnischen Grenze zwischen der Landesgrenze zu Brandenburg im Norden und der Autobahn A4 bei Görlitz im Süden. Der Zaun ist mit einer Höhe von etwa einem Meter so konzipiert, dass andere Tiere wie Rehe und Hirsche ihn überspringen können. Momentan wird der Schutzzaun in westlicher Richtung um 16 Kilometer erweitert.

Quelle: MDR/vis

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 08.01.2021 | 17:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

1 Kommentar

Maria A. vor 14 Wochen

Man fragt sich, welche Spezies wohl dahinter steckt? Bei anderen gesellschaftsschädlichen Aktionen kann man immer die Verursacher ausmachen, egal, ob es dazu öffentliches Stillschweigen gibt und man auch danach keine medialen Informationen dazu erhält. Doch in diesem Fall rätselt man herum. Denn welche fanatische Ausrichtung müssen solche Mitmenschen haben, um sich von einem Schutzzaun, der unsere Wildschweine vor Ansteckung mit einer gefährlichen Schweinepest schützen soll, derart genervt zu fühlen, dass die sich mehrmals aufmachen, große Löcher in ihn rein zu reißen? Eigentlich kann einen nicht mehr viel erstaunen, doch ist das hier ein Grund, Überlegungen darüber anzustellen, dass sich immer neue seelische Abgründe auftun können...

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