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Alex Jacobowitz (r), Kantor der Synagoge, und Fritz Tarjan, Musiker aus Budapest, im Juli 2021 bei der Wiedereröffnung der Synagoge in Görlitz. Bildrechte: dpa

Jüdisches LebenGörlitz feiert Fest zur Wiedereröffnung der Synagoge

von MDR SACHSEN

Stand: 23. Mai 2022, 05:13 Uhr

Am Sonntag wurde anlässlich der Wiedereröffnung der Synagoge in Görlitz einiges geboten. Es gab ein Picknick, den Auftritt des Kammerchors des Augustum-Annen-Gymnasiums, jiddische Lieder der Kapelle Bagatelle, jüdische Märchen. Am Abend ab 19 Uhr spielte eine Band Chansons, Swing und osteuropäischen Volkslieder.

Görlitz hat am Sonntag am Kulturforum Görlitzer Synagoge in der Otto-Müller-Straße ein großes, öffentliches Synagogenfest gefeiert. Beim Veranstaltungsprogramm am Nachmittag gab es neben jiddischen Liedern und jüdischen Märchen auch europäische Volkslieder sowie Chansons aus den Salons und Kabaretts der 1920er-Jahre in Warschau, Paris und Berlin. Das Restaurant Obermühle kümmerte sich um das Buffet mit koscherem Essen.

Ort für Begegnung und Gebet

Das Synagogenfest anlässlich der Wiedereröffnung des Gotteshauses sollte eigentlich schon im Sommer vergangenen Jahres stattfinden. Wegen der Corona-Pandemie war aber nur ein offizieller Festakt in sehr kleinem Rahmen möglich. Nun konnte endlich der Abschluss der Sanierungsarbeiten mit allen interessierten Menschen in Görlitz und den Gästen der Stadt gefeiert werden.

30 Jahre lang wurde die Synagoge in Görlitz saniert. Bildrechte: Nikolai Schmidt

30 Jahre lang hatten die Sanierungsarbeiten gedauert. Nach dem Abschluss des 12,6 Millionen Euro umfassende Projekts soll die Synagoge nun ein Ort für Begegnung und Gebet werden. Bis Ende September soll sie auch wieder einen Davidstern bekommen. Dafür waren innerhalb weniger Wochen fast 80.000 Euro gespendet worden.

Tage der jüdischen Kultur in Chemnitz

In Chemnitz wurden am Sonntagabend die Tage der jüdischen Kultur eröffnet. Bei der 31. Auflage des Festivals gibt es zwei Wochen lang Musik, Kino, Lesungen, Theater und Tanz. Geboten wird unter anderem Einblick in die Geschichte der jüdischen Gemeinde Chemnitz. Es wird diskutiert über wieder aufkeimenden Antisemitismus. Es gibt Führungen zum Leben des in Chemnitz geborenen jüdischen Autoren Stefan Heym. Auch wird über die Mikwe, das religiöse Tauchbad, berichtet, das jüngst bei archäologischen Grabungen in der Innenstadt entdeckt wurde.

Dieses Jahr sollen mit dem Festival auch jüngere Leute angesprochen werden. So steigt zum Beispiel ein Hip-Hop-Konzert mit Rappern aus Israel. Obwohl die 31. Tage der jüdischen Kultur den Titel tragen "Undzer Shtetl brent", schlägt sich der Krieg in der Ukraine im Programm nicht nieder. Das Thema schwingt aber mit: Immerhin stammen viele Mitglieder der Chemnitzer jüdischen Gemeinde ursprünglich aus der Ukraine.

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MDR (ma)

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 22. Mai 2022 | 19:00 Uhr