Übernahme Slowakisches Unternehmen kauft Waggonbau Niesky

Die Zukunft des Waggonbaus Niesky mit seinen rund 300 Mitarbeitern ist gesichert. Der slowakische Güterwagenhersteller Tatravagónka will den Betrieb kaufen. Der Waggonbau hatte im vergangenen Jahr Insolvenz angemeldet.

Der slowakische Güterwagenhersteller Tatravagónka übernimmt den Waggonbau Niesky. Das bestätigten die Kanzlei des zuständigen Insolvenzverwalters und die IG Metall.

"Damit sind die Arbeitsplätze von rund 300 Mitarbeitern gesichert", hieß es seitens des Insolvenzverwalters. Die für den Verkauf nötige kartellrechtliche Zustimmung werde in den kommenden Wochen erwartet. Die "Sächsische Zeitung" hatte über die Übernahme berichtet. Slowakischen Medien zufolge wurden die Verträge am Mittwoch unterschrieben.

Über Tatravagónka Das Unternehmen wurde von der Familie Halath gegründet, die 1922 einen Auftrag zur Reparatur der Tschechoslowakischen Eisenbahnen erhielt. 1946 begann die Produktion von Güterwagen. Seither wurden mehr als 130.000 Güterwagen in rund 100 Ausführungen hergestellt. Dazu kommen fast 400.000 Drehgestelle. PM Waggonbau Niesky

Verzicht auf Weihnachtsgeld für Beschäftigungsgarantie

Nach Angaben der IG Metall hat der slowakische Schienenfahrzeughersteller dem Waggonbau eine Beschäftigungs- und Standortsicherung für fünf Jahre gegeben. Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen, sagte, Tatravagónka sei gewillt, den Standort Niesky vernünftig auszubauen. Im Gegenzug für die Beschäftigungssicherheit verzichten die Nieskyer Waggonbauer in diesem Jahr auf Weihnachtsgeld.

"Gute Nachricht für das Bahnland Sachsen"

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) sprach von einer "guten Nachricht nicht nur für die ganze Region, sondern auch für das Bahnland Sachsen". Der Investor Tatravagónka sei ein Kenner der Materie, sagte der Politiker MDR SACHSEN. Waggonbau Niesky wiederum baue hochwertige Produkte mit hochqualifizierten Mitarbeitern.

Waggonbau Niesky hatte trotz guter Auslastung im Dezember 2017 Insolvenz angemeldet. Nach Unternehmensangaben waren gestiegenen Kosten bei wichtigen Aufträgen Grund dafür. Die Produktion lief indessen weiter. Zudem wurden Aufträge im Volumen von 50 Millionen Euro eingeworben. Unter anderem soll der Betrieb 149 Autotransportwaggons für einen Logistiker bauen sowie 160 neue Schüttgutwaggons fertigen.

Quelle: MDR/jr/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 10.09.2018 | 19:00 Uhr
MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.09.2018 | 19:00 Uhr in den Nachrichten

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