15.05.2020 |15:48 Uhr Die Ruhe ist vorbei: Auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz wird wieder scharf geschossen

Vier Kampfhubschrauber von Typ "Tiger" beherrschen derzeit den Luftraum über der Oberlausitz. Damit ist die Ruhe auf dem gleichnamigen Truppenübungsplatz vorbei, zum Leidwesen mancher Anwohner. Trotz der Corona-Pandemie üben die Soldatinnen und Soldaten des Kampfhubschrauberregiments 36 "Kurhessen" für einen möglichen Einsatz in Mali und Afghanistan.

In den letzten Wochen war auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz aufgrund der Corona-Pandemie Ruhe eingekehrt, zur Freude einiger Anwohner in den benachbarten Orten beispielsweise in Weißkeißel, Pechern oder Skerbersdorf. Ungewohnte, wohltuende Ruhe lag über dem 16.000 Hektar großen Gelände, weil aufgrund der Corona-Beschränkungen zahlreiche Übungen abgesagt werden mussten.

Tiger beherrschen den Luftraum

Doch mit den nun beschlossenen Lockerungen ist es auch hier wieder vorbei mit der Ruhe. Kampfhubschrauber der Bundeswehr kreisen über der Oberlausitz. Raketen zischen durch die Luft. Explosionen sind in der Ferne zu hören, weil Stellungen beschossen werden. Mehr als 100 Soldaten und 17 Hubschrauberpiloten des Kampfhubschrauberregiments 36 "Kurhessen" bereiten sich derzeit auf dem Truppenübungsplatz auf künftige Auslandseinsätze in Mali und Afghanistan vor.

Ein Tiger Kampfhelikopter startet von der Landebahn des Flughafens Gao bei Camp Castor vor.
Ein "Tiger" der Bundeswehr startet in Mali zum Einsatz. Bildrechte: IMAGO

Wir haben hier reale H-Ziele aufgebaut. Das soll also heißen, dort sind auch reale Panzerziele aufgebaut. Ansonsten bestehen die Ziele aus Schützenscheiben oder aus Scheiben für Fahrzeuge. Wir haben aber auch bewegte Ziele, so dass man das, was man braucht, hier sehr gut üben kann.

Offizier Kampfhubschrauberregiments 36 „Kurhessen“

Hubschrauberpiloten absolvieren hier mit dem Kampfhubschrauber "Tiger" ein ganz individuelles Schießtraining. Schnell und präzise müssen Ziele auch im Tiefflug erfasst und bekämpft werden.

Tiefflüge verbreiten Angst und Schrecken

Erstmals seit dem Ausbruch der Corona-Epidemie in Deutschland wird auf dem Gelände in der Muskauer Heide wieder scharf geschossen. Bei einigen Anwohnern verbreiten die Übungen Unmut.

Die Hubschrauber fliegen, die Kinder haben Angst. Das Schlimme ist, dass sie mit den Hubschraubern über unsere Häuser fliegen. Wir hatten Besuch aus Berlin, die dachten der Krieg ist ausgebrochen. Die fanden das ganz furchtbar.

Anwohner Truppenübungsplatz Oberlausitz

Die Übungen im freien Gelände seien aber unverzichtbar für die Truppe, zumal der Übungsplatz die derzeit modernsten Schießbahnen in Europa beite. "Das Bodenprofil und der viele Sand ähneln dem Einsatzort Afghanistan", ergänzt ein Mitarbeiter vom Truppenübungsplatz.

Trotz Corona-Pandemie befindet sich die Bundeswehr weiter in zahlreichen Auslandseinsätzen.Um die derzeit dort eingesetzten Kameraden abzulösen, müssten ständig neue Soldaten ausgebildet werden, hieß es von der Truppe.

Die Ruhe ist vorbei


Natürlich nehmen die Verantwortlichen die Beschwerden aus der Bevölkerung ernst. "Es ist natürlich laut, aber wir versuchen mit einem Lärmmanagment und der Verteilung der Übung auf verschiedene Schießbahnen den Lärm nicht immer auf einen Punkt zu konzentrieren, sondern gleichmäßig zu verteilen", sagt Hauptmann Sven Rahn vom Truppenübungsplatz Oberlausitz.

Auch wenn die Kampfhubschrauber in wenigen Tagen wieder nach Hessen abrücken, Ruhe kehrt auf den Truppenübungsplatz vorerst nicht ein. Denn auch in diesem Jahr sind die Panzerschießbahnen wieder gut gebucht.

Quelle: MDR/uwa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 14. Mai 2020 | 19:30 Uhr

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