Urlaub zu Hause Mit Vollgas auf dem Schlitten den Hang in Oderwitz hinunter

Wandern, radeln, campen, schwimmen, klettern - was Freizeitaktivitäten betrifft, da hat Sachsen einiges zu bieten. Deshalb wollen wir Ihnen während der Sommerferien ein paar Freizeit- und Ausflugstipps vorstellen - jeden Tag mit einer Reportage von einem anderen Ort. Urlaub zu Hause im Selbsttest. Heute: Rodelspaß am Spitzberg in Oderwitz.

Rodelbahn Oderwitz
Der Geschwindigkeitsrekord auf der Rodelbahn in Oderwitz liegt bei 52,13 km/h. Bildrechte: Rodelpark Oderwitz

Der Parkplatz am Rodelpark in Oderwitz ist auch heute gut gefüllt. Schnell noch das Auto verschlossen und dann mache ich mich auf den Weg zum Start. Schon von Weitem sind das Geräusch der Schlitten in der Bahn und die kreischenden Menschen zu hören. Am Haupthaus angekommen, löse ich schnell ein Ticket und bekomme eine kurze Einweisung. Erst mal langsam fahren und die kurvenreiche Strecke kennenlernen, sagt mir der freundliche Mitarbeiter.

Einfach draufsetzen und los

Und schon setzt sich der schwarze Plastikschlitten mit mir von der Startrampe aus in Bewegung. Es geht zügig nach oben, auf 40 Meter Höhe. Das Stahlseil hängt straff und sicher in der Verankerung, leistet Schwerstarbeit, als es mich über 307 Meter Strecke hinaufzieht. So langsam fängt es auch bei mir an zu kribbeln. Oben angekommen klinkt sich das Seil am Schlitten aus und ich bin auf mich allein gestellt. Wie ein Pfeil setzt sich das schwarze Gefährt in Bewegung, über 280 Meter Länge geht es bergab. Instinktiv greife ich nach dem Bremsknüppel und stoppe. Hatte mir der Mitarbeiter nicht gesagt, ich soll es ruhig angehen? Ein guter Rat, merke ich jetzt.

Rodelbahn Oderwitz
An der Bahn ist auch ein Blitzer installiert um die Geschwindigkeit zu messen. Bildrechte: MDR Jens Czerwinka

Behutsam löse ich die Bremse wieder und der Schlitten nimmt Fahrt auf. Nach wenigen Metern in der Bahn aus Edelstahl kommt die erste von zwölf Kurven in Sicht. Es geht nach links. Mutig lege ich mich leicht zur Seite und lass den Schlitten laufen. Rechts, links und gefühlt mit 100 Sachen geht es abwärts. Das macht so viel Spaß! Und offenbar in jedem Alter: Der bisher älteste Rodelrennfahrer auf der Bahn war 100 Jahre, der jüngste acht Tage alt.

Trotzdem drossle ich die Fahrt etwas, denn Sicherheit geht vor. Nach wenigen Minuten weisen Schilder am Rand der Bahn auf das nahende Ziel hin. "Bitte runter vom Gas!" steht da. Dann die letzte Kurve und der Schlitten hält an. Ohne lange nachzudenken ist klar: Ich fahre noch mal.

Rodelbahn Oderwitz
Ein Schnappschuß aus der Fotokurve kann an der Kasse gekauft werden. Bildrechte: MDR Jens Czerwinka

Im Rausch der Geschwindigkeit

Über der Kasse hängt eine große digitale Fotowand. Dort entdecke ich mein Blitzerfoto. 38 km/h. Na ja, vom Geschwindigkeitsrekord auf der Bahn bin ich weit entfernt, der liegt bei gut 52 km/h. Gleich viermal steige ich an diesem Tag in den Schlitten und versuche, schneller zu sein als vorher. Klappt leider nicht, aber jeder Rennfahrer hat mal langsam angefangen.

Fazit

Ein Ausflug zur Rodelbahn in Oderwitz ist ein ganz besonderes Erlebnis. Egal ob jung oder alt, es macht einfach riesig Spaß, die Bahn herunter zu sausen. Und in der näheren Umgebung gibt es zahlreiche Möglichkeiten, den Tag ausklingen zu lassen.

Geheimtipp Rodelbahn Oderwitz
Bildrechte: MDR/Marion Waldhauer

Anfahrt

  • über die A4 Richtung Görlitz bis Abfahrt Weißenberg, dann zur B178 Richtung Löbau/Zittau, dann zur B96 Richtung Oderwitz, Rodelpark Spitzbergstraße 4 a

Öffnungszeiten während der Ferien

  • Der Rodelpark hat täglich von 10 Uhr bis 20 Uhr geöffnet.

Geeignet für

  • Familien
  • Schulkinder
  • Rennfahrer und solche, die es werden wollen
  • Gruppen (dann sogar mit Nachtrodeln und Zeiterfassung)

Daran sollte man denken

  • an die Sicherheitsregeln halten
  • erste Fahrt ruhig angehen
  • Rücksicht auf den Vordermann nehmen
  • bei einsetzenden Regen sofort abbremsen

Verpflegung

  • Kann vor Ort gekauft werden. Es gibt einen Imbiss und auch ein Lokal in der Nähe.

Wenn man schon mal da ist

  • Der Trixi-Park in Großschönau ist mit dem Auto nicht weit entfernt.
  • Das Schmetterlinghaus in Jonsdorf ist eine Empfehlung.
  • Außerdem gibt es in der näheren Umgebung zahlreiche Museen.

Geheimtipp

  • Vom Rodelpark ist es nicht weit bis zum Spitzberg. Ein schmaler Pfad führt hoch zum Gipfel.

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