Schmalspurbahn Muskauer Waldeisenbahn wird bis 2030 mit Kohlegeldern saniert

Die Muskauer Waldeisenbahn gehört zu den traditionsreichen Museumsbahnen in Sachsen. Seit 127 Jahren rollen ihre Züge durch die Wälder bei Weißwasser. Heutzutage bringt die Schmalspurbahn Fahrgäste zu den touristischen Anziehungspunkten der Region, wie dem Kromlauer- oder dem Pücklerpark. Doch das Bahnl braucht eine Auffrischungskur.

Schmalspurbahn in einem Birkenwald
Das Schienennetz der Muskauer Waldeisenbahn soll mit Geldern des Kohleausstiegs in den nächsten Jahren auf Vordermann gebracht werden. Bildrechte: Olaf Urban

Die Muskauer Waldeisenbahn soll für die Zukunft fit gemacht werden. Dafür fließen in den nächsten Jahren rund 7,6 Millionen Euro in die Sanierung des Schienennetzes und Modernisierung der Technik. Das kündigte Heiko Lichnok, Geschäftsführer der Waldeisenbahn Muskau GmbH, am Montag an.

Das Material hat seine Liegedauer erreicht.

Heiko Lichnok Geschäftsführer der Muskauer Waldeisenbahn

Die Investition ist laut Lichnok für das Fortbestehen der Bahn notwendig. Denn der überwiegende Teil des insgesamt 20 Kilometer langen Gleisnetzes der Waldeisenbahn wurde zuletzt Anfang der 1990er Jahre ertüchtigt. "Diese Industriebahn ja war zum größten Teil bereits abgerissen", erklärt der Chef der Schmalspurbahn. Um die touristischen Ziele in Bad Muskau und Kromlau anzufahren, wurden die Strecken mit gebrauchtem Material wieder errichtet. Das Material habe nun seine Liegedauer erreicht.

Ein Mann stellt eine Weiche der Muskauer Bahn.
Die Strecken der Waldeisenbahn sind sanierungsbedürftig. Bildrechte: MDR SACHSENSPIEGEL

Neues Bahnhofsgebäude soll entstehen

Zusätzlich zur Erneuerung der Gleise ist ein neues Bahnhofsgebäude geplant. 36 Bahnübergänge sollen des Weiteren instand gesetzt und mit digitaler Technik ausgerüstet werden. Alles in allem ist es ein riesiges Projekt für die ehrenamtlichen Vereinseisenbahner. Finanziert wird das Vorhaben aus Mitteln des Strukturwandels. Finanzielle Unterstützung kommt außerdem von den umliegenden Kommunen und vom Landkreis Görlitz. Diese müssen rund 800.000 Euro an Eigenmitteln aufbringen. Hier gibt der Energiekonzern Leag mit 160.000 Euro einen großen Betrag dazu.

Auch das Umfeld zählt immer mehr im Kampf der Regionen untereinander.

Marco Bayer Leag

Das Unternehmen profitiere von sogenannten weichen Standortfaktoren, sagt Marco Bayer von der Leag: "Auch das Umfeld zählt immer mehr im Kampf der Regionen untereinander." Wenn es dann attraktive Dinge wie die Waldeisenbahn gibt, werde man den Strukturwandel mit neuen Fachkräften meistern können.

Bauarbeiten außerhalb der Fahrsaison

In die Planung der anstehenden Sanierung hat sich auch die Stadt Weißwasser eingebracht. Wichtig ist Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Wählervereinigung Klartext), dass die Sanierungsarbeiten jeweils außerhalb der Fahrsaison umgesetzt werden. "Das ist ein ganz wichtiger Punkt für uns, weil das Thema Tourismus eines der Hauptmosaiksteine beim Strukturwandel hier in der Region Weißwasser sein wird", so Pötzsch. "Die Waldeisenbahn als langjähriger Partner müssen wir ins neue Zeitalter transformieren."

Läuft alles nach Plan, dann sollen die ersten Arbeiten bereits im kommenden Jahr beginnen.

MDR (lgü/ama)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 19. September 2022 | 19:00 Uhr

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