Strukturwandel in der Lausitz 42 Millionen für Görlitzer Wasserstoff-Testzentrum

"Grüner" Wasserstoff gilt als einer der Hoffnungsträger im Kampf gegen den Klimawandel. In Görlitz entsteht mithilfe des Bundes ein Forschungszentrum, in dem neue Technologien zur Herstellung entwickelt werden. Das Forschungszentrum soll auch dabei helfen, den Strukturwandel in der Kohle-Region Lausitz zu bewältigen.

Jochen Eickholt (l-r), Vorstand Siemens Energy, Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, und Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie, stehen in einer Halle für die Endmontage von Siemens Energy an einer Dampfturbine.
In dem Forschungszentrum in Görlitz waren heute Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (rechts) und Ministerpräsident Michael Kretschmer (Dritter von rechts) Bildrechte: dpa

Um die Energiewende voranzutreiben, entsteht in Görlitz ein Testzentrum für innovative Wasserstofftechnologien. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sagte bei der Übergabe des Förderbescheides, Wasserstoff sei eine "ganz entscheidende Brücke" auf dem Weg hin zu einer wettbewerbsfähigen und dennoch klimaneutralen Industrie. Mit dem Hydrogen Lab Görlitz werde der Grundstein für eine Modernisierung der Wirtschaftsstruktur und für Wachstum und Wohlstand von morgen gelegt, so Altmaier.

Bis zu 30 Wissenschaftler entwickeln Wasserstofftechnologien

Rund 42 Millionen Euro investieren Bund und das Land Sachsen. Dafür baut die Fraunhofer-Gesellschaft das Hydrogen Lab auf dem Innovationscampus in Görlitz auf. Hier hat auch Siemens Energy seinen Sitz. Die Bauarbeiten beginnen im vierten Quartal dieses Jahres, Ende 2022 soll der Forschungsbetrieb dann schrittweise starten. Verläuft alles nach Plan, arbeiten ab 2023 bis zu 30 Wissenschaftler in Görlitz. Sie sollen künftig innovative Wasserstofftechnologien im industriellen Maßstab entwickeln und erproben. Die Forschungsplattform mit einer Leistung von 12 Megawatt soll auch dabei helfen, den Strukturwandel in der Kohle-Region Lausitz zu bewältigen.

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"Grüner" Wasserstoff, der ausschließlich mit erneuerbarer Energie gewonnen wird, gilt als einer der Hoffnungsträger im Kampf gegen den Klimawandel. Er kann als Basis für Kraft- und Brennstoffe dienen, um etwa in Industrie und Verkehr die Nutzung von Kohle, Öl und Erdgas abzulösen. Der Bund hatte erst Ende Mai 62 deutsche Projekte ausgewählt, die sich an einer großen europäischen Wasserstoff-Allianz beteiligen sollen. Dafür werden mehr als acht Milliarden Euro an Fördermitteln bereitgestellt.

Ministerpräsident: Weiterer "Leuchtturm für Standort Sachsen"

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sprach von einem "weiteren Leuchtturm für den Innovationsstandort Sachsen". Die zukunftsweisende Ausrichtung schaffe nicht nur neue Arbeitsplätze, sondern stärke die Region. Beim Strukturwandel könnten Innovationen helfen, einen Vorsprung bei neuen Technologien aufzubauen.

Quelle: MDR/kb/dpa

3 Kommentare

Graf von Henneberg vor 5 Wochen

Da stehen diese Politiker - Burschen nun und gucken die Turbinenwelle an, natürlich mit Fachkompetenz. Ob die den Hoch- vom Niederdruckteil unterscheiden können?

Tante Droll vor 5 Wochen

Davon braucht es mehr in der Oberlausitz. Innovative Technologien und Arbeitsplätze für Hochqualifizierte. So wird die Energiewende zur großen Chance für die Oberlausitz und zieht hoffentlich noch mehr Unternehmen an, welche gut bezahlte Arbeitsplätze für Hochschulabsolventen bietet.

Peter vor 5 Wochen

Gut investierte Millionen! Für die Energiewende und für die Lausitz.

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