Nach Beschwerde Werberat rügt Zittauer Recyclingfirma für sexistische Werbung

Der Deutsche Werberat hat eine Werbung der Zittauer Firma Rohstoff-Recycling Gebrüder Gubisch GmbH öffentlich gerügt. Die Werbung sei sexistisch. Die Firma selbst versteht die Aufregung darum allerdings nicht.

Sexistische Werbung
Bildrechte: MDR/Panthermedia

Der Deutsche Werberat hat zum zweiten Mal in diesem Jahr sechs Öffentliche Rügen wegen sexistischer Werbung ausgesprochen. Eine Rüge ging an die Firma Rohstoff-Recycling Gebrüder Gubisch GmbH aus Zittau. Bei deren Fahrzeugwerbung ist den Angaben zufolge eine Frau in Dessous und Hut abgebildet, die sich mit einer Zigarette in der Hand auf einer Couch räkelt und lasziv in die Kamera blickt. Der zugehörige Werbeslogan lautet: "Zu alt? Zu verbraucht? Zu abgeledert? - Wir entsorgen fast alles - auch Ihre ALTE (Couch:-)". Das Wortspiel verstärke den herabwürdigenden Eindruck, urteilte der Werberat. Außerdem stehe die Werbung in keinem Zusammenhang mit der Dienstleistung.

Nach Beurteilung des Werberates verstößt das Werbemotiv gegen Ziffer 4 und 5 der Verhaltensregeln des Deutschen Werberats gegen Herabwürdigung und Diskriminierung von Personen, wonach in der kommerziellen Werbung keine Aussagen verwendet werden dürfen, "die Personen auf ihre Sexualität reduzieren oder ihre sexuelle Verfügbarkeit nahelegen".

Firma findet Rüge übertrieben

Silke Gubisch, Prokuristin bei Rohstoff-Recycling Gebrüder Gubisch GmbH, versteht die Aufregung um die Werbung ihrer Firma nicht. "Ich finde die Werbung weder anrüchig noch sexistisch", sagt sie auf Anfrage von MDR SACHSEN. Die Rüge des Werberates kann sie nicht nachvollziehen und findet sie übertrieben. Laut ihr wurde die Werbung von den Frauen der Firma entwickelt. "Wir entsorgen auch alte Möbelstücke und wollten etwas Lustiges auf unserem Lkw", so Gubisch.

Auch nach der Rüge will die Firma Gubisch die Werbung nicht zurückziehen. "Die Werbung hat uns viel Geld gekostet und wir finden sie gut", sagt Silke Gubisch. "Wem es nicht gefällt, kann ja wegschauen." Die Werbung solle man mit einem Augenzwinkern verstehen.

Werberat spricht insgesamt sechs Rügen aus

Außer der Zittauer Firma rügte der Werberat Firmen aus Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Bei drei der sechs Rügen handele es sich um frauenherabwürdigende Motive auf Fahrzeugen, die übrigen drei sexistischen Motive seien auf einem Plakat, in einer Anzeige sowie in einer In-App-Werbung abgebildet, teilte der Werberat mit.

Oft zeigten sich eher kleinere Handwerks- oder Dienstleistungsbetriebe uneinsichtig und änderten oder stoppten ihre vom Werberat beanstandete Werbung nicht. Die überwiegende Mehrheit der Werbetreibenden hingegen folge dem Votum der Selbstkontrolleinrichtung, hieß es weiter.

Quelle: MDR/al/epd

53 Kommentare

Frank Haefner vor 3 Wochen

Was is daran sexistisch, Deutschland wird immer unmöglicher. Mal sind es die Mohrenköpfe, dann irgend welche Strassennamen oder irgend welche Zigeuneschnitzel, Hamburger darf man aber noch sagen und essen. De wird immer bekloppter. De hat wichtigere Probleme als solch eine Werbung zu verbieten. Wichtig tuerrei.

Simone vor 3 Wochen

@Volker S.
Einbildung ist auch eine Bildung. Werbung beeinflusst uns sicher insofern, als wir dann bestimmte Produkte kennen, wieder erkennen und vielleicht über längere Zeit vergleichen können.

Was ich nicht glaube ist, dass mein Leben als Mutter ein großer Spaß wird, wenn ich nur den Schokoriegel X an meine Kinder verfüttere, wie es die gut gelaunte Werbe Mutti mit ihren gut gelaunten Kindern in der bombastischen licht durchfluteten Küche tut.

Man kann durchaus mit Erotik im Bereich der Werbung spielen, manche Clips bekommen erst dadurch ihren Charme, aber oft ist es einfach deplatziert und in der Masse dann eben auch nicht mehr wirklich erotisch. Dass es dumme Männer gibt, die glauben die Welt läuft tatsächlich so, erwähne ich nur nebenbei.

Simone vor 3 Wochen

@Atheist

Danke, dass sie unsere guten Traditionen schützen, die uns von den Vorvätern überliefert wurden.

Halbnackte Frauen auf Plakatwänden und LKWs oder der gute alte Schuldmädchenreport in den Kinos sind deutsche Traditionen die geschützt und gepflegt werden müssen, wenn wir unsere Identität nicht verlieren wollen.

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