Mit zehn Euro durch ganz Sachsen Verkehrsminister Dulig pocht weiter auf Bildungsticket

In Sachsens Nahverkehr soll im Sommer 2019 ein Junge-Leute-Ticket eingeführt werden. Darauf einigten sich die Geschäftsführer der Verkehrsverbünde mit den Landräten. Doch dem Verkehrsminister geht die Vergünstigung nicht weit genug.

Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) besteht weiter auf die Einführung eines Bildungstickets für Schüler und Azubis. Damit reagierte er auf eine Ankündigung der Landkreise und der Verkehrsverbünde. Diese hatten sich auf ein sogenanntes Junge-Leute-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr in Sachsen geeinigt. Es soll sich an 14- bis 26-Jährige richten, 48 Euro im Monat kosten und jeweils für einen Verkehrsverbund gelten. Für fünf Euro zusätzlich können die Ticketbesitzer zudem einen weiteren Verkehrsverbund nutzen.

Sächsisches Handwerk fordert schnelle Umsetzung

"Wir haben ein gutes Angebot, das über die Forderung von Handwerkskammern und IHK hinausgeht", sagte dazu der Bautzener Landrat Michael Harig (CDU), Vorsitzender der Verkehrsverbünde VVO und ZVON. Im Gegensatz zum geforderten Azubi-Ticket sei das Junge-Leute-Ticket unabhängig von Beruf oder Ausbildung und nur an das Alter gebunden.

Roland Ermer
Roland Ermer, Präsident des Sächsischen Handwerktages. Bildrechte: Sächsischer Handwerkstag/Wolfgang Schmidt

Das sächsische Handwerk hatte unter anderem auf ein Azubi-Ticket im öffentlichen Nahverkehr gedrängt: Viele Auszubildende hätten lange Wege zu den Berufsschulen, wodurch ein großer Teil ihrer Ausbildungsvergütung auf die Fahrtkosten entfalle. Das vorgeschlagene Junge-Leute-Ticket ist deshalb für den Präsidenten des Sächsischen Handerwerktages, Roland Ermer, ein guter Kompromiss. "Wichtig ist uns, dass sich alle Beteiligten einschließlich des Wirtschaftsministeriums jetzt schnell an einen Tisch setzen und dies als Lösung in der Sache anerkennen und auch umsetzen", erklärt er. Die Regierungskoalition aus CDU und SPD stehe in der Pflicht, ihr diesbezügliches Versprechen bis zum Ablauf der laufenden Legislaturperiode – also bis August 2019 – eingelöst zu haben.

Dulig kritisiert Kirchturmdenken der Verkehrsverbünde

Doch eine Einigung zwischen Ministerium und Verkehrsverbünden scheint schwer. Der Verkehrsminister pocht weiter auf das Bildungsticket, so wie es im Koalitionsvertrag festgeschrieben wurde. "Es hat mich natürlich sehr gefreut, als ich gehört habe, dass die Zweckverbände ohne Landesunterstützung jetzt bereit sind, ein Junge-Leute-Ticket auf den Weg zu bringen", sagte Dulig am Donnerstag und sprach von einem "attraktiven Angebot" für junge Menschen. Trotzdem geht dieses "abgewandelte Azubi-Ticket" dem Minister nicht weit genug.

"Wir haben in Sachsen ein zu großes Kirchturmdenken beim ÖPNV", kritisiert Dulig die vielen regionalen Zweckverbünde. Bürokratische Strukturen, fehlende Transparenz und Kleinstaaterei behinderten hier den Fortschritt. Um einen attraktiveren ÖPNV zu entwickeln, möchte der Minister eine Landesverkehrsgesellschaft gründen, die den Schienenpersonenverkehr in Sachsen künftig zentral regelt. Dazu will er noch in dieser Legislaturperiode die gesetzlichen Voraussetzungen schaffen.

Würde das Bildungsticket kommen, wäre es in ganz Sachsen gültig und würde nur etwa zehn Euro pro Monat kosten. Mit diesem sollen dann alle Schülerinnen und Schüler sowie junge Leute bis 26 Jahre ganztägig mit dem ÖPNV fahren können. Die nötigen finanziellen Mittel sind bereits im Haushalt eingestellt.

Quelle: MDR/ma/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 13.12.2018 | ab 08:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

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