Kodersdorf Oberlausitzer Kommunen nervt Umleitungsverkehr der A4

Der Umleitungsverkehr der A4 ist für die Kommunen entlang der Autobahn zwischen Weißenberg und Görlitz ein Dauerthema. Er macht die Straßen kaputt und nervt die Anwohner. Navigationsgeräte verschärfen die Situation.

Wenn der Tunnel Königshainer Berge wegen Wartungs- oder Bauarbeiten gesperrt ist, dann wird die kleine Kreisstraße, die durch Wiesa führt, vom Verkehr überrollt. Erst vergangenens Wochenende habe man das wieder beobachten können, erzählt der Kodersdorfer Bürgermeister René Schöne, zu dem das Dorf gehört. Da wurde der Tunnel turnusmäßig gereinigt und war voll gesperrt. Die offizielle Umleitung führt eigentlich ganz woanders lang und ist wesentlich länger. Doch die wird oft ignoriert, sagt René Schöne. Denn die Leute ließen sich von ihrem Navi leiten.

Das Navi kümmert sich nicht um die ausgeschilderte Umleitung, sondern sucht den kürzesten Weg.

René Schöne Bürgermeister Kodersdorf

Das sei nicht nur für seine Gemeinde ein großes Problem, sagt Schöne. Denn der Freistaat kümmert sich nur um Straßenschäden, die auf den offiziellen Umleitungsstrecken entstanden sind. Die Schäden auf den Schleichwegen sind Sache der Kommunen. Auf diesen Kosten würden die Gemeinden sitzen bleiben, klagt René Schöne. Er mache den Autofahrern keinen Vorwurf, schließlich suche ja jeder nach dem kürzesten Weg. Aber dass der Freistaat in solchen Fällen die Folgekosten nicht geklärt hat, das wurmt den Bürgermeister.

Kreuzungsausbau in Niesky

Auch die Stadt Niesky hat mit dem Umleitungsverkehr der A4 zu kämpfen, denn sie liegt an der offiziellen Umleitungsstrecke. Vor allem an der Jänkendorfer Kreuzung, an der die S112 die B115 kreuzt, gibt es im Falle einer Umleitung Dauerstau. Das zeigte sich besonders im Jahr 2013, als der Tunnel wegen Sanierungsarbeiten monatelang gesperrt war. Damals wälzten sich LKWs und Autos über die offizielle Umleitung, die von Nieder Seifersdorf über Niesky bis nach Kodersdorf führte.

Hoffnung auf Entlastung

Die dadurch entstandenen Straßenschäden sind wieder behoben, nur an der Jänkendorfer Kreuzung wird noch gebaut. Sie soll ausgebaut und einen extra  Abzweig zur Bundesstraße bekommen, damit der Umleitungsverkehr besser fließen kann. "Wir hoffen, dass das funktioniert", sagt Oberbürgermeisterin Beate Hoffmann. Ende Juli sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Solange die Kreuzungsarbeiten nicht abgeschlossen sind, wird der Autobahnverkehr nicht über Niesky umgeleitet. Momentan werden Autofahrer Richtung Görlitz offiziell schon in Weißenberg von der A4 geleitet, um südlich über die B6 nach Görlitz zu kommen. Wer nach Navi fährt oder sich auskennt, dem ist das zu weit. Deshalb nutzen viele eben andere Ausweichstrecken.

Kodersdorf ergreift selbst die Initiative

Kodersdorf will jetzt selbst auf die zunehmende Verkehrsbelastung durch die Umleitungen reagieren. Geplant ist der Ausbau einer Kreuzung zum Kreisverkehr oder zur Ampelkreuzung, die als Nadelöhr gilt. Außerdem sei gerade eine Studie in Arbeit, die eine zusätzliche Neuanbindung an das Gewerbegebiet prüfe, so Bürgermeister Schöne. Sie könne auch im Falle einer Tunnelsperrung auf der A4 die Gemeinde vom Umleitungsverkehr entlasten. In einigen Monaten wisse man hoffentlich, ob diese Idee umsetzbar sei.

Quelle: MDR/vis

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - das Sachsenradio | 27.04.2018 | ganztägig im Programm
MDR SACHSENSPIEGEL | 27.04.2018 | 19:00 Uhr

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